Erste Hilfe Leisten
Erste Hilfe kann Leben retten. Informiere dich über Sofortmaßnahmen, Notrufe und richtiges Verhalten im Ernstfall.
Notfall - Wie kann ich helfen?
Im Falle eines Notfalls ist es am wichtigsten ruhig zu bleiben, auch wenn es dir schwerfällt. Es gibt verschiedene Wege, wie du helfen kannst: Das Absichern eines Unfallortes, die Verständigung von Sicherheitskräften, als Zeuge*Zeugin anwesend bleiben, besonders bei Unfällen und natürlich Erste Hilfe leisten.
In Österreich ist es verpflichtend einen Erste Hilfe Kurs zu absolvieren, bevor du zu deiner Führerscheinprüfung antreten darfst und auch einige Schulen bieten Erste Hilfe Kurse an.
Hier findest du einige Hinweise und wichtige Informationen zum leisten erster Hilfe. Wichtig: Das ist nur ein Überblick und ersetzt keinen ausführlichen Kurs! Solltest du noch nie einen solchen Kurs absolviert haben oder wenn dein letzter schon lange her ist, legen wir dir ans Herz, dich beim Roten Kreuz nach Terminen in deiner Nähe umzusehen. Dieses Wissen kann nicht nur dir, sondern allen Personen in deinem Umfeld helfen und das Leben retten.
Basismaßnahmen
Siehe Erste Hilfe Basismaßnahmen – Rotes Kreuz
Basismaßnahmen werden vom Roten Kreuz beschrieben, als alle Maßnahmen, die unabhängig von der Art des Notfalls angewandt werden können. Diese können sowohl körperlich (z.B das erhöhen des Körpers bei Atemnot) als auch psychisch (z.B. zuhören und emotionalen Beistand leisten) sein.
Vier einfache Basismaßnahmen:
- Bringe die Person in eine für sie angenehme Lage, sprich aktiv mit der Person und finde heraus, was sie*er gerade wirklich braucht
- Sorge für genug Luft, das kann in geschlossenen Räumen bedeuten, Fenster oder Türen zu öffenen, oder beengende Kleidung zu entfernen, auch hier gilt, sprich mit der betroffenen Person und infromiere sie*ihn über deinen nächsten Schritt
- Sollte der Person kalt sein oder sie*er sich kalt anfühlen, decke sie*ihn zu und sorge dafür, dass die Körpertemperatur nicht zu stark abfällt
- Zur psychischen Betreuung wird die Look-Listen-Link-Methode empfohlen, das bedeutet, dass du der Situation aktiv deine Aufmerksamkeit widmest und aktiv zuhörst und die Bedürfnissen der Person befolgst
Auch wenn eine Person nicht ansprechbar ist oder nicht reagiert oder reagieren kann, sprich laut mit der Person, häufig nehmen wir unsere Umgebung wahr, auch wenn wir nicht aktiv auf sie reagieren können.
Der richtige Notruf
siehe auch Notruf – Rotes Kreuz
Bei einem Notfall ist es nicht nur wichtig zu wissen, wen du anrufst, sondern auch was du sagst. Im Kindergarten und in der Schule wird dieses Szenario häufig noch durchgespielt, doch als Erwachsene*r schadet es auf keinen Fall dieses Wissen aufzufrischen.
Wann melde ich mich wo?
- 122: Feuerwehr
- 133: Polizei
- 144: Rettungsdienst
- 112: Euro-Notruf
- 1450 Gesundheitsberatung, kann bei Beschwerden, die kein Notfall sind gewählt werden.
Wenn mehrere Rettungskräfte verschiedener Organisationen benötigt werden, reicht ein Notruf, die unterschiedlichen Stellen kommunizieren untereinander was benötigt wird.
Was sage ich?
Bei einem Notruf gibt es ein klares Schema, welche Informationen du den Rettungskräften weiter gibst. Keine Sorge, wenn du im Schock etwas vergisst, die Person am anderen Ende wird dir immer alle wichtigen Fragen stellen.
So funktioniert das Notrufschema:
- Wo ist der Notfall? Hierbei solltest du versuchen deinen Standort so genau wie möglich zu nennen (Ortsbezeichnung, Straßenname, Hausnummer, ...) damit du besser lokalisiert werden kannst.
- Wer spricht? Nenne deinen Namen und deinen Standort und deine Telefonnummer für Rückfragen.
- Was ist passiert? Beschreibe kurz was passiert ist und konkret was die aktuelle Situation ist und was du siehst. Ob es ein Autounfall, ein Sturz aus einem Fenster, ein Brand, usw., ist, macht für die Einsatzkräfte einen großen Unterschied.
- Wie viele Personen sind betroffen? Versuche zu schätzen, wie viele Personen betroffen und verletzt sind, wenn du siehst das Kinder involviert sind, sage das unbedingt auch.
Wichtig: Du beendest niemals den Anruf, das tut immer die Zentrale. Die Helfer*innen am anderen Ende unterstützen dich beim leisten erster Hilfe und stellen gegebenenfalls weitere Rückfragen, deshalb ist es so wichtig nicht frühzeitig aufzulegen.
Notruf für Gehörlose
Da gehörlose Personen schwierigkeiten haben zu telefonieren gibt es verschiedene Apps, die ihnen dabei helfen sollen.
- DEC122 App - Diese App lässt dich einen textbasierten Notruf absetzen. Auch der "Stille Notruf" in Krisensituationen ist möglich. Hierbei kann durch einen Knopfdruck ein Notruf an die Polizei ausgelöst und dein Standort übermittelt werden.
- Rettungsapp - Diese App leitet deinen exakten Standort und deine gesundheitlichen Beschwerden an die Rettungsleitstellen aus ganz Österreich weiter.
- SMS und E-Mail - Auch so kannst du als gehörlose Person Sicherheitskräfte über einen Notfall informierem
Erste Hilfe Grundlagen
siehe auch Die Grundlagen der Ersten Hilfe: Was jeder wissen sollte und Erste-Hilfe-Maßnahmen: Das kannst du tun
Hier findest du eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Erste Hilfe Maßnahmen, um dein Wissen aufzufrischen. Du wirst während der Anwendung von erste Hilfe Maßnahmen immer von Rettungskräften am Telefon unterstützt, deshalb ist es so wichtig, einen Notruf so bald wie Möglich abzusetzen und nicht frühzeitig zu beenden.
Wir möchten erneut darauf hinweisen, diese ersetzt Informationen keinen ausführlichen Erste Hilfe Kurs.
Videos zur Anwendung dieser und weiterer Maßnahmen findest auf der Webseite des Roten Kreuz:
Herzdruck Massage
Wenn eine Person nicht reagiert und nicht normal atmet, muss sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden.
- Person auf eine feste Unterlage legen.
- Handballen in die Mitte des Brustkorbs setzen, zweite Hand darauflegen.
- Arme gestreckt halten und den Brustkorb kräftig 5 bis 6 cm tief eindrücken.
- Rhythmus: etwa 100 bis 120 Mal pro Minute (ähnlich dem Takt eines schnellen Liedes, beispielsweise Staying Alive oder Dancin Queen).
- Nicht unterbrechen, bis professionelle Hilfe eintrifft oder die Person wieder normale Lebenszeichen zeigt.
Blutungen stillen
Bei starken Blutungen ist schnelles Handeln wichtig.
- Wunde möglichst direkt mit einer Kompresse oder einem sauberen Tuch abdecken.
- Mit der Hand fest auf die Wunde drücken.
- Wenn möglich, das verletzte Körperteil hochlagern.
- Durchtränkte Verbände nicht entfernen, sondern weitere Auflagen darüberlegen.
- Bei starken oder nicht stillbaren Blutungen sofort den Notruf verständigen.
Stabile Seitenlage
Die stabile Seitenlage schützt bewusstlose Personen vor dem Ersticken durch Erbrochenes oder die eigene Zunge.
- Nur anwenden, wenn die Person bewusstlos, aber atmet.
- Nahen Arm im rechten Winkel ablegen.
- Fernen Arm über die Brust legen und die Hand an die Wange halten.
- Fernes Bein anwinkeln.
- Person vorsichtig zur Seite rollen.
- Kopf leicht nach hinten neigen und Mund öffnen, damit Flüssigkeiten abfließen können.
- Atmung regelmäßig kontrollieren.
Umgang mit einer bewusstlosen Person
- Laut ansprechen und vorsichtig an den Schultern rütteln.
- Reagiert die Person nicht: Atmung prüfen (maximal 10 Sekunden).
- Atmet die Person normal: stabile Seitenlage und Notruf 144.
- Atmet die Person nicht oder nicht normal: sofort Notruf 144 und mit der Herzdruckmassage beginnen.
- Person warm halten und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überwachen.
- Niemals einer bewusstlosen Person etwas zu trinken oder zu essen geben.
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