Rettung der Moore: Wissenschaftlicher Schulterschluss der FH Oberösterreich mit Partnern in Österreich und Tschechien
Herausragende Bedeutung für Artenvielfalt, Tourismuswirtschaft und CO2-Speicherung
Die Wichtigkeit der Moorlandschaft steht im Fokus des grenzüberschreitendes INTERREG-Projekts. Bildrechte: INTERREG/FH OÖ
In der Wissenschaft gibt es dazu einen breiten Konsens, in der Öffentlichkeit wird es immer noch zu wenig beachtet: Moore leisten einen unersetzlichen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel und zur Erhaltung der Artenvielfalt. Moore bedecken lediglich drei Prozent der Erdoberfläche, speichern aber rund ein Drittel des weltweiten Kohlenstoffs (CO2). Die Grenzregion zwischen Österreich und Tschechien, konkret zwischen Oberösterreich und Südböhmen, beherbergt einen dieser wichtigen „Moor“-Hotspots. Unter der wissenschaftlichen Leitung der FH Oberösterreich am Campus Wels widmet sich ein grenzüberschreitendes INTERREG-Projekt seit Anfang April 2026 dem Hauptziel, die Moore mit einem Lebensraummanagement in eine sichere Zukunft zu führen.
„In mehreren Pilotgebieten auf beiden Seiten der Grenze untersuchen wir mit modernen wissenschaftlichen Mess-, Kartierungs- und Analysemethoden zentrale Merkmale von Moorökosystemen, dokumentieren deren Erhaltungszustand und erarbeiten Potenziale für deren Schutz und Renaturierung“, sagt Gregor Maier-Lehner, der das Projekt seitens der FH Oberösterreich vom Campus Wels aus koordiniert.
Schutz gefährdeter Arten und Lebensräume Das Projekt stützt sich auf drei zentrale Säulen: Erstens die Biodiversitätserhebung inklusive Genflussstudien zum Schutz gefährdeter Arten und Lebensräume. Zweitens die Entwicklung nachhaltiger Tourismuskonzepte mit Moorlehrpfaden, Besucherlenkung und regionaler Wissensvermittlung. Drittens die enge Abstimmung mit dem LIFE-Projekt „AMooRe Österreich“, sowie der Aufbau einer internationalen Online-Plattform durch die südböhmische Kreisverwaltung - das entspricht grob gesagt einer Landesverwaltung in Österreich - in Budweis. Diese dient der Drohnenidentifikation von Torfgebieten und Biodiversitätsdaten.
Moore sind ins Zentrum der Klimadebatte gerückt „Moore sind vom Randthema ins Zentrum der Klima- und Biodiversitätsdebatte gerückt. Jetzt geht es um die Umsetzung, denn Moorschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Chance zugleich. Dieses Projekt zeigt, wie grenzüberschreitendes Denken und internationale Zusammenarbeit konkrete Lösungen ermöglichen“, sagt Christian Schröck von AMoore Österreich. Hinter AMoore steht nicht nur die EU als Fördergeber, sondern auch die beiden zuständigen Bundesministerien und alle neun Bundesländer.
Internationale Positionierung als „Moor-Kompetenzraum“ Mit der Verbindung von Wissenschaft, Naturschutz und Tourismus entsteht nicht nur ein innovatives Modellprojekt für nachhaltigen Moorschutz, sondern auch eine langfristige Partnerschaft, die die Region als Kompetenzraum für Moorökosysteme international positionieren soll. Die breite Unterstützung strategischer Partner aus Österreich und Tschechien unterstreicht die Bedeutung dieses Vorhabens für Klimaschutz, Wasserhaushalt und Biodiversität.
Im Projektteam sind neben den Welser Expert*innen der FH Oberösterreich verschiedene Institutionen wie die Kreisverwaltung Südböhmen in Budweis, das Museum Jihlava, DSO Telc, die Gemeinde Liebenau, Interreg Linz und das Regionalmanagement Oberösterreich vertreten.
Was ist ein INTERREG-Projekt? INTERREG-Projekte sind ein Schlüsselinstrument der Europäischen Union, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa zu stärken. Es gibt dazu mehrere sogenannter Europaregionen, wie etwa in diesem Fall die Region Donau-Moldau.
Der Schutz von Moorlandschaften kommt gefährdeten Arten und Lebensräumen zugute. Bildquelle: INTERREG/FH OÖ
Die Wichtigkeit der Moorlandschaft steht im Fokus des grenzüberschreitendes INTERREG-Projekts. Bildrechte: INTERREG/FH OÖ
Die breite Unterstützung strategischer Partner aus Österreich und Tschechien unterstreicht die Bedeutung dieses Vorhabens für Klimaschutz, Wasserhaushalt und Biodiversität. Bildquelle: INTERREG/FH OÖ
Die Teammitglieder des grenzüberschreitenden INTERREG-Projekts nach dem Kickoff-Meeting. Bildquelle: INTERREG/FH OÖ