Welser Studierende mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit analysieren Energie- und Wasserversorgung eines äthiopischen Krankenhauses
Studierende von „Sustainable Solutions“ sind Expert*innen für eine resiliente Zukunft
Die Projektteilnehmer*innen reisten anlässlich ihres "Technischen Nachhaltigkeitsprojektes“ nach Äthiopien und untersuchten Möglichkeiten der Ressourcenoptimierung eines Krankenhauses in der Stadt Hawassa. Bildrechte: Kuttner privat
Eine leistungsfähige und nachhaltige Infrastruktur zu schaffen, gehört zu den zentralen Herausforderungen des afrikanischen Kontinentes. Kooperationen zwischen Afrika und Europa können hier wechselseitig spannende Impulse setzen. Studierende des Bachelor-Studiengangs „Sustainable Solutions“ am Campus Wels der FH Oberösterreich widmeten ihr im Studienplan verankertes „Technisches Nachhaltigkeitsprojekt“ der Ressourcenoptimierung eines Krankenhauses in der äthiopischen Stadt Hawassa. Das Projekt umfasste das gesamte Sommersemester, die Studierenden verbrachten davon eineinhalb Wochen vor Ort in Äthiopien.
Ziel des Projekts war es, eine Energie-, Wasser- und Ökobilanz des „Bushulo Mother and Child Specialty Centers“ zu erstellen. Dessen Standort nahe der Stadt Hawassa liegt nicht ganz 300 Kilometer von Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, entfernt. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem katholischen Hilfswerk MIVA und dessen Tochterunternehmen BBM umgesetzt. BBM unterstützt die Planung und den Aufbau der technischen Infrastruktur dieser Gesundheitseinrichtung schon seit längerer Zeit.
Die in der Bilanz gewonnenen Daten dienen als Grundlage für die Entwicklung nachhaltiger Energieszenarien. Ganz konkret planten die Studierenden eine langfristig gesicherte Energieversorgung für ein neues Diagnoselabor des Krankenhauses. Die Techniker*innen vor Ort wurden etwa bei der Frage nach der Größe der Energiespeicher wie auch nach der Dimension der Photovoltaik-Anlage unterstützt.
Ganzheitlicher Blick auf die Infrastruktur Die Studierenden bewerteten die entwickelten Energieszenarien sowohl unter technischen und ökologischen als auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Darüber hinaus erarbeiteten sie ein Vorgehensmodell, das dem Krankenhaus künftig als Grundlage für weitere Energie- und Nachhaltigkeitsprojekte dienen kann.
Neben den technischen Analysen stand vor allem die direkte Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort im Mittelpunkt. Die Studierenden erhielten wertvolle Einblicke in die praktische Entwicklungszusammenarbeit und arbeiteten gemeinsam mit lokalen Fachkräften an Lösungen, die den Gegebenheiten vor Ort gerecht werden.
Zusammenarbeit mit Technik, Medizin und Verwaltung „Die Studierenden führten vor Ort umfangreiche technische Erhebungen durch. Sie analysierten die Energie- und Wasserversorgung des gesamten Krankenhauses, erfassten Verbrauchsdaten und führten zahlreiche Interviews mit Mitarbeitenden aus Technik, Verwaltung und medizinischen Bereichen durch“, berichtet FH-Prof. Dr. Christiane Rau, Leiterin des Studiengangs Sustainable Solutions. Zusätzlich installierten sie laut Rau mehrere Strommessgeräte, mit denen künftig wichtige Verbrauchsdaten für die weitere Projektarbeit erhoben werden können. Besonders erfreulich: Das Projekt wurde vom Welser FH-Förderverein finanziell unterstützt.
Spannende Zusammenarbeit mit äthiopischen Fachleuten „Die Arbeit vor Ort zeigte uns, welche Herausforderungen und Chancen nachhaltige technische Lösungen im Gesundheitsbereich mit sich bringen. Besonders wertvoll war die enge Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden des Krankenhauses, die uns mit großem Engagement unterstützten und spannende Einblicke in ihren Arbeitsalltag ermöglichten“, resümiert Student Kilian Kuttner.
Seine Kollegin Sarah Dornetshuber verweist auf einen qualifizierten technischen Staff, der das Krankenhaus vor Ort betreut: „Die Annahmen, welche die Techniker*innen im Vorfeld getroffen haben, konnten wir in unserem Projekt weitgehend bestätigen.“
Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung Auch für BBM ist die Zusammenarbeit mit Hochschulen ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit. „Für uns ist es schön zu sehen, mit welchem Engagement die Studierenden an reale Herausforderungen herangehen. Solche Projekte schaffen einen Mehrwert – für die Studierenden, für unsere Partner und für die Menschen vor Ort“, freut sich Manuel Seifriedsberger, Projektleitung für Technik & Ökologie bei BBM.
Was leistet der Studiengang „Sustainable Solutions“ (SOL)? Als Wirtschaftsingenieur*innen mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit durchleuchten die Absolvent*innen dieses Bachelor-Studiums in Unternehmen Wertschöpfungsprozesse - also den Weg von der Entwicklung eines Produktes, über seine Vermarktung bis hin zum Recycling. Sie finden und erarbeiten Verbesserungsmöglichkeiten hinsichtlich Betriebswirtschaft, Technik und gesamtgesellschaftlichen Aspekten.
Für den Studiengang Sustainable Solutions sind reale Nachhaltigkeitsprojekte ein zentraler Bestandteil der Ausbildung. Bereits ab dem ersten Semester arbeiten Studierende an praxisnahen Projekten und übernehmen schrittweise komplexe Aufgaben mit hoher Eigenverantwortung.
Die Studierenden planten eine langfristig gesicherte Energieversorgung für ein neues Diagnoselabor des Krankenhauses. BIldquelle: Kuttner privat
Die Studierenden verbrachten eineinhalb Wochen vor Ort in Äthiopien. Bildquelle: Kuttner privat
In gemeinsamer Arbeit mit den Fachkräften vor Ort erhielten die Studierenden wertvolle Einblicke in die praktische Entwicklungszusammenarbeit. Bildquelle: Kuttner privat
Die Projektteilnehmer*innen reisten anlässlich ihres "Technischen Nachhaltigkeitsprojektes“ nach Äthiopien und untersuchten Möglichkeiten der Ressourcenoptimierung eines Krankenhauses in der Stadt Hawassa. Bildrechte: Kuttner privat