Welser Studierende der FH Oberösterreich „klären“ technische Infrastruktur auf Hütte des Alpenvereins
Der Österreichischen Alpenverein (ÖAV) hat die FH Oberösterreich mit einer spannenden Praxisaufgabe betraut:
Die Studierenden während des Projektes Bildquelle. FH OÖ
Peter Dissauer, verantwortlich für vier Hütten der Sektion Wels des ÖAV, lud Studierende des am Campus Wels ansässigen Studiengangs Bio- und Umwelttechnik (BUT) dazu ein, mit ihrer analytischen Kompetenz zum Neustart der Kläranlage des Almtalerhauses in der Gemeinde Grünau im Almtal beizutragen.
Ziel dieser Untersuchung war es, den Betriebszustand und die Reinigungsleistung einer kleinen biologischen Kläranlage beim Almtalerhaus zu bewerten. Die Studierenden analysierten unter Anleitung ihrer FH-Professoren die Wasserqualität und identifizierten potenzielle Optimierungsmaßnahmen, um die Abwasserbehandlung auf der Hütte zu verbessern.
Seitens der Lehrenden war neben den FH-Professoren Gerhard Hampejs und Robert Burgholzer auch der BUT-Absolvent und nunmehrige Ziviltechniker Mathias Heschl beteiligt.
Gemeinschaftserlebnis in der Natur als Zusatzmotivation für die Studierenden „Für ein Projekt wie dieses war es einfach, die Studierenden zu motivieren“ sagt Gerhard Hampejs vom Studiengang BUT. Die Anlage sei, wie Hampejs erläutert, „klein und isoliert, in gewisser Weise in einer Insellage“. „An diesem herrlichen Platz mitten im Wald“, so Hampejs weiter, „neben einem kristallklaren Gebirgsbach erschließt sich der Sinn der Anlage von alleine“.
Für Peter Dissauer vom Alpenverein ist die Kooperation eine „Win-win-Situation“. Auf der Hütte würden Impulse für technische und organisatorische Verbesserungen gesetzt und die Studierenden gewännen wertvolle Praxiserfahrung in schönster Naturumgebung. Mit dem Studiengang Bio- und Umwelttechnik verbindet Dissauer auch persönlich gute Erinnerungen: „Mein Sohn hat selbst dieses Studium absolviert und es hat ihm den Weg zu einer erfolgreichen Karriere in der Wirtschaft geebnet.“
Reinigungsleistung der Kläranlage hat Luft nach oben Die Messergebnisse machen deutlich, dass die Reinigungsleistung der Kläranlage auf der Almtalerhütte insbesondere im Hinblick auf Stickstoffverbindungen verbesserungswürdig ist. „Um eine belastbare Bewertung der Gesamtleistung zu ermöglichen, müssten über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßige Probenahmen und Analysen durchgeführt werden“ schildern die Expert*innen vom Studiengang BUT. Auf dieser Basis könnten gezielte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und einer nachhaltigen Verbesserung der Wasserqualität erarbeitet werden.
Open House bietet Einblicke ins Projekt - Fortsetzung geplant Seitens des ÖAV ist eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Studiengang BUT und seinen Studierenden geplant. Peter Dissauer, der als Hüttenwart auch für die Kläranlage zuständig ist, führt hier neben den erforderlichen weiteren Verbesserungen auf der Almtalerhütte insbesondere den Bau einer Kläranlage für die Welser Hütte am Großen Priel ins Treffen. Für die Welser Hütte ebenso wie für die Püringer Hütte, haben die jeweiligen Hüttenpächter den Klärwärterkurs absolviert und tragen folglich die Verantwortung für die Kläranlagen.
Vorerst bietet aber das Open House der FH Oberösterreich am 20. März von 09 bis 17 Uhr die Gelegenheit, am Infostand des Studiengangs BUT das abgeschlossene Projekt im Detail kennen zu lernen. Für das Team des Studiengang BUT „eine ideale Gelegenheit, den studieninteressierten jungen Menschen zu zeigen, wie wir Theorie und Praxis in der Ausbildung miteinander verbinden.“
Eine der Hütten des Alpenvereins Bildquelle: FH OÖ