Internationale Fachwelt zu Gast bei der 15. iCT-Konferenz an der FH OÖ in Linz
Durchblick mit industrieller Computertomographie: Internationale Fachwelt zu Gast bei der 15. iCT-Konferenz an der FH OÖ in Linz
Auf der Bühne: Dr. Johann Kastner, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung an der FH Oberösterreich und Initiator der iCT-Fachkonferenz Bildquelle: B. Plank - Plank imBILDE.at
Von komplexen Algorithmen zur detailreichen Bildgebung bis zu autonomen Roboterarmen für 3D-Scans: Mehr als 300 Expert*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft haben sich von 10. bis 13. Februar am Campus Linz der Fachhochschule Oberösterreich über die neuesten Forschungsergebnisse und Anwendungen industrieller Computertomographie (iCT) ausgetauscht, sich informiert und vernetzt. Der Fokus der 15. iCT-Konferenz lag heuer auf Künstlicher Intelligenz, multispektraler Bildgebung und 3D-Materialtests.
Autonome Roboterarme bewegen hochsensible Röntgen-Detektoren in 3D rund um eine mittelalterliche Altartafel, Künstliche Intelligenz lernt unterschiedliche Kunststoffpartikel in einer Recycling-Probe zu unterscheiden und Big-Data-Analysen erlauben noch detailreichere Bildgebung: Computertomographie (CT) kommt nicht nur in der Medizin, sondern zunehmend auch in der Industrie zum Einsatz. „CT ist eine zerstörungsfreie Methode und erlaubt die Prüfung und dreidimensionale Vermessung von Proben, die mit anderen Techniken nicht möglich wären“, erklärte Dr. Johann Kastner, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung an der FH Oberösterreich und Gastgeber der 15. Konferenz für industrielle Computertomographie (iCT).
Von 10. bis 13. Februar waren rund 300 Fachleute aus 27 Ländern wie Japan, Neuseeland, den USA, Brasilien und dem europäischen Ausland zu Gast am Campus Linz, um sich über die neuesten Entwicklungen und Anwendungen im Bereich CT auszutauschen und zu informieren. Begleitet wurde die englischsprachige Konferenz von einem umfangreichen Rahmenprogramm, das von Fachausstellungen über gemeinsame Abendessen, ein Besuch der CT Labore & dem neuen Wasserstoffforschungszentrum bis zu einem Ausklang mit der Musikgruppe Seeblech reichte.
Künstliche Intelligenz und multispektrale Bildgebung
„Die Bedeutung von industrieller Röntgen-Computertomographie ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen“, so Kastner. „Mit ihr lassen sich verborgene Merkmale wie Schrumpflöcher, Risse, Einschlüsse, Hohlräume etc. im Inneren von Kunststoff- und Leichtmetallbauteilen finden und physische Eigenschaften wie Porosität und Dichte bestimmen.“
Als Schnittstelle zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen, Industrie und IT – die Teilnehmenden stammten je zur Hälfte aus Wissenschaft und Wirtschaft – präsentierte die iCT-Konferenz sowohl die aktuellen Forschungsergebnisse als auch konkrete Anwendungsbeispiele sowie Komponenten, Geräte und Software für CT. So spielte heuer Künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle, wie sie zum Beispiel mittels Deep Learning die Auswertung der gewaltigen Datenmengen optimieren kann. Auch die Algorithmen für die Bildgebung liefern immer detailreichere Resultate: „Multispektrale und multimodale Bildgebung sind neue Verfahren, wo man im Röntgenbereich quasi von Schwarz-Weiß auf Farbsehen übergeht. Damit erhält man viel mehr Information“, sagte Kastner.
Keynotes:
Julia Thalhammer, University of Applied Sciences Upper Austria, Wels, AT: CT for investigations of materials for hydrogen applications
Jochen Butzer, Corporate Research, Robert Bosch GmbH, Renningen, DE: Boosting quality - CT in various applications at Bosch
Michael Salamon, Fraunhofer Institute for Integrated Circuits (IIS), EZRTy, DE: GIANT EYE - Key Technology for tomorrow’s products
Fixpunkt im Terminkalender der Fachwelt
Organisiert wurde die iCT-Konferenz in Kooperation mit der ÖGfZP (Österreichische Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung), der DGZfP (Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung) und der SGZP (Schweizerische Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung). Die FH OÖ Wels selbst forscht intensiv zum Thema und betreibt seit genau 20 Jahren eine Röntgen-CT-Anlage für industrielle Anwendungen. „Damals gab es noch keine passende internationale Tagung, also luden wir das Fachpublikum kurzerhand selbst ein“, so Initiator Kastner zu den Ursprüngen der iCT-Konferenz. Aus der anfangs kleinen deutschsprachigen Tagung wurde rasch eine internationale Konferenz, die heute fest verankert im Terminkalender von Expert*innen und Branchengrößen ist.
Im März 2027 findet die 16. iCT-Konferenz in Grenoble, Frankreich statt und kommt 2028 wieder zurück nach Linz.
Ungefähr 300 internationale Teilnehmer*innen besuchten die iCT-Fachkonferenz 2026. Bildquelle: B. Plank- imBILDE.at