Studiengangsleiter Veit Kohnhauser im Interview über die Weiterentwicklung von LEM und SCM am Campus Steyr
Das Masterangebot am FH OÖ Campus Steyr wird neu ausgerichtet: Die bisher zwei Masterstudiengänge im Bereich Logistik und Supply Chain Management werden künftig in einem gemeinsamen, weiterentwickelten Studiengang gebündelt.
Der Masterstudiengang Logistics Engineeringand Management (LEM) startet im Herbst 2026 nicht mehr mit einem neuen Jahrgang. Für aktuell Studierende bleibt der Studienverlauf verlässlich gesichert: Sie setzen ihr Studium wie geplant und nach dem für sie geltenden Studienplan fort.
Was hinter der Neuausrichtung steht, welche Stärken aus LEM in den neu konzipierten Master Supply Chain Management (SCM) einfließen und welche Perspektiven das neue Studienangebot eröffnet, erklärt Studiengangsleiter Veit Kohnhauser im Interview.
Warum wird das Logistik-Masterangebot am Campus Steyr gerade jetzt neu gedacht?
Logistik und Supply Chain Management haben sich in den letzten Jahren fundamental verändert. Lieferketten sind heute globale, komplexe Netzwerke unter permanentem Druck durch geopolitische Verwerfungen, Klimaextremereignisse, regulatorische Anforderungen (EUDR, CSRD, LkSG) und technologischen Wandel. Gesucht werden zunehmend strategisch agierende Führungskräfte — Architekt:innen globaler Wertschöpfungssysteme — mit Datenkompetenz, Führungsstärke und Transformationskraft. Die FH OÖ Campus Steyr reagiert auf diese Entwicklung mit einem klaren Fokus: alle Expertise und Ressourcen werden auf ein einziges, konsequent auf Leadership ausgerichtetes SCM-Masterprogramm konzentriert.
2. Welche Vorteile bringt die Bündelung der zwei Masterstudiengänge?
Zwei parallele Programme mit überschneidenden Zielgruppen und ähnlichen Inhalten erzeugen strukturelle Nachteile — für Studieninteressierte (unklare Differenzierung), für Lehrende (Doppelaufwand) und für Partnerunternehmen (diffuses Absolvent*innenprofil). SCM+ vereint das Beste beider Programme: die Engineering-Methodik und quantitative Analysekompetenz aus LEM mit der strategischen Managementorientierung aus SCM. Das Ergebnis ist ein schärfer positioniertes, ressourcenkonzentriertes Programm mit klarer Führungsorientierung und stärkerem Profil im österreichischen und internationalen Hochschulumfeld.
3. Was bedeutet der Stopp des LEM-Neustartes konkret für aktuell Studierende?
Für aktuell Studierende ändert sich nichts. Sie setzen ihr Studium wie geplant und nach dem für sie geltenden Studienplan fort — ihr Studienverlauf ist verlässlich gesichert. Der Stopp betrifft ausschließlich die Aufnahme neuer Jahrgänge ab Herbst 2026.
4. Welche Stärken aus dem aktuellen LEM-Studienplan bleiben im neuen Angebot erhalten?
Die prägenden inhaltlichen Stärken von LEM — technische Systemkompetenz, Engineering-Denken, quantitative Methodik und die von uns früh integrierten Themen wie Digitalisierung, KI und Machine Learning — sind im neuen SCM+ Programm nicht verschwunden. Sie sind als integraler Bestandteil der Module Supply ChainIntelligence und Digital SC-Processes & Technologies weiter fest verankert und in einen strategischen Führungsrahmen eingebettet, der ihnen erst ihre volle Wirkung verleiht.
5. Welche Zukunftsthemen prägen SCM+ und welche Perspektiven eröffnet das Programm?
Unser SCM-Masterprogramm fokussiert zukünftig noch stärker als bisher auf Leadership-Kompetenzen und strategische Gestaltung – aufbauend auf unsere wirtschaftlich orientierten Bachelorprogramme – und ermöglicht zugleich gezielte technische Vertiefungen im Bereich SCM Data-Analytics. Studierende erwerben strategische Gestaltungskompetenz — vom globalen Big Picture der Lieferketten, über datenbasiertes Corporate SCM und evidenzbasiertes Leadership bis zur aktiven Transformation von Lieferketten mittels KI und digitalen Technologien.