Studierendenprojekt in Empirischer Sozialforschung: Jugendbefragung in Walding
Wie erleben junge Menschen ihre Gemeinde?
Im Studienjahr 2024/25 widmete sich ein engagiertes Team von Studierenden des Bachelor-Studiengangs „Public Management“ - jetzt Sozial-, Public- und Nonprofit-Management (SPN) - an der FH Oberösterreich einem praxisnahen Lehrforschungsprojekt in der Marktgemeinde Walding. Unter der Leitung von Mag.a Katrin Hasengruber wurde im Rahmen der Initiative „Ask the Youth! - Jungsein in Walding“ erforscht, wie junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren ihre Gemeinde erleben, was sie bewegt und welche Wünsche sie für die Zukunft haben.
Zielsetzung:
Im Zentrum des Projekts stand, ein umfassendes und differenziertes Bild der Lebenswelten junger Menschen in Walding zu gewinnen. Dabei sollten nicht nur Bedürfnisse und Wünsche sichtbar gemacht, sondern auch Potenziale aufgezeigt werden, wie die Gemeinde ihre Jugendpolitik künftig noch gezielter und nachhaltiger gestalten kann. Die Ergebnisse dienen als wissenschaftlich fundierte Grundlage für politische Entscheidungsprozesse, die Jugendliche direkt betreffen. Gleichzeitig konnten die Studierenden praktische Erfahrungen im gesamten Forschungsprozess sammeln.
Vorgangsweise:
Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde ein bewährter Methodenmix eingesetzt. Einerseits führten die Studierenden zehn qualitative Interviews mit Expert:innen aus Walding - darunter Vertreter:innen des Gemeinderats, aus Vereinen und Blaulichtorganisationen also mit Personen, die in ihrer täglichen Arbeit engen Kontakt zu Jugendlichen haben. Andererseits erfolgte eine umfassende quantitative Erhebung, mittels standardisiertem Fragebogen, an der sich 121 Jugendliche beteiligten. Die Befragung fokussierte auf zentrale Handlungsfelder wie Freizeit und öffentlicher Raum, Mobilität, Vereine und Ehrenamt, Politik und Beteiligung sowie Wohnen und die Verbundenheit mit der Gemeinde.
Zentrale Ergebnisse:
Die Ergebnisse zeichnen insgesamt ein erfreuliches Bild. Der Großteil der Jugendlichen fühlt sich in Walding sehr wohl und nimmt ihren Wohnort als lebenswert wahr. Besonders geschätzt werden das vielfältige Freizeitangebot, insbesondere der bei Jugendlichen beliebte Sportpark, das Jugendzentrum sowie im Sommer das Rodlbad. Verbesserungsbedarf wurde u. a. bei der Modernisierung des Skateparks genannt, den sich einige Jugendliche zeitgemäßer wünschen. Auch die Erneuerung des Jugendtreffs wurde mehrfach thematisiert.
Das Vereinsleben in Walding ist lebendig, rund die Hälfte der Befragten ist in mindestens einem Verein aktiv.
Im Bereich Mobilität zeigen sich differenzierte Ergebnisse: Viele Jugendliche sind mit dem Angebot zufrieden - insbesondere mit der Zugverbindung - und nutzen außerhalb der regulären Fahrzeiten häufig Fahrgemeinschaften oder Hol- und Bringdienste durch deren Eltern. Dennoch gab ein Teil an, dass sie sich eine bessere öffentliche Anbindung wünschen, insbesondere am Abend und am Wochenende. Zwei Fünftel wünschen sich sichere Radwege.
Hinsichtlich Politik und Beteiligung fühlen sich viele Jugendliche in ihren Anliegen grundsätzlich gehört und akzeptiert. Gleichzeitig wünscht sich rund ein Drittel der Befragten mehr Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung. Während das politische Interesse durchaus vorhanden ist, fehlt es jedoch an jugendgerechten und strukturierten Beteiligungsformaten. Ein Jugendforum wird in den Empfehlungen als geeignetes Instrument genannt.
Auch beim Thema Wohnen und Ortsverbundenheit zeigt sich ein klares Bild: Die Jugendlichen können sich gut vorstellen, auch in Zukunft in Walding zu leben - vorausgesetzt, ein dementsprechend leistbarer Wohnraum steht zur Verfügung.
Studentische Autorin dieses Beitrags: Joanna Hagmair im Namen des gesamten Ask the Youth! Teams