Retouren ohne Umweg: INTERSPORT, Post und FH OÖ testen Kreislauf-Retouren
Kreislauf-Retouren sollen ressourcenschonende Versandlösung werden
Die Grafik zeigt, wie der Kreislaufversand und die -retoure dem Kunden*der Kundin angeboten werden könnte. Bildquelle: Intersport
INTERSPORT, die Österreichische Post und die FH Oberösterreich testen gemeinsam eine ressourcenschonende Versandlösung, bei der Retouren direkt an die nächsten Käufer*innen weitergeleitet werden.
Mit dem Retourenaufkommen im Online-Handel rückt die Frage nach ressourcenschonenden Logistiklösungen zunehmend in den Fokus. INTERSPORT, die Österreichische Post, und die FH Oberösterreich haben daher ein innovatives Konzept getestet, das Retouren im Online-Handel noch effizienter gestalten soll. Im Fokus stehen sogenannte „Kreislauf-Retouren“, bei denen die Transportwege durch direkten Versand an die nächsten Käufer*innen verkürzt werden. Retournierte Artikel (ungetragene Neuware) werden nicht mehr zum Online-Shop zurückgeschickt, sondern es werden mittels Online Matching neue Käufer*innen gefunden, zu denen die Ware direkt weitergeleitet wird. So werden weitere Transporte und Verpackungen vermieden.
„Das Projekt verdeutlicht, wie Kreislaufwirtschaft durch innovative Logistiklösungen ganz konkret umgesetzt werden kann. Unsere Analysen zeigen, dass Kreislauf-Retouren die Emissionen im Retourenprozess um rund ein Viertel senken können. Damit bieten sie großes Potenzial, den Online-Handel ressourcenschonender zu gestalten“, erklärt Projektleiterin Sarah Pfoser, Senior Researcher am Logistikum der FH Oberösterreich.
„Nachhaltigkeit ist uns ein zentrales Anliegen“, so Günther Junkowitsch, Leitung Supply Chain Management bei INTERSPORT. „Die Kooperation mit der Österreichischen Post ermöglicht uns, Retouren effizient und ressourcenschonend abzuwickeln. Der erfolgreiche Pilottest hat gezeigt, dass das Konzept funktioniert. Damit haben wir einen wichtigen Schritt gesetzt, um unseren ökologischen Fußabdruck künftig weiter zu verringern.“
Die Qualitätssicherheit steht bei der Abwicklung des Konzepts im Vordergrund. Die Qualität der ungetragenen Ware wird durch eine digitale Zustandsdokumentation überwacht. Die Österreichische Post organisiert die Weitergabe des Pakets über ein sicheres, anonymisiertes Versandlabel – persönliche Daten bleiben so geschützt. „Kreislauf-Retouren sind ein völlig neuer logistischer Ansatz im E-Commerce: Waren werden nicht mehr retourniert, sondern gezielt weiterversendet. Als Österreichische Post treiben wir diese Innovation aktiv voran und verbinden Handel und Kund*innen noch enger im Logistikprozess“, sagt Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter, Vorstand für Paket & Logistik, Österreichische Post AG. „Dafür haben wir auch ein neues Versandlabel kreiert, mit dem Kund*innen ihre Retouren bequem abwickeln und direkt weitersenden können, ohne ihre Adressdaten miteinander austauschen zu müssen. Kreislauf-Retouren werden damit auf allen Ebenen zu einer wirklich innovativen Logistiklösung.“
Die Ergebnisse wurden von der FH Oberösterreich wissenschaftlich analysiert und bilden die Grundlage für die weitere Ausrollung des Konzepts. Die durchgeführte Ökobilanz deckt 18 verschiedene Szenarien ab und zeigt Einsparungspotenziale von durchschnittlich 25,3 % der CO₂-Emissionen entlang des gesamten Retourenprozesses. Gleichzeitig ergab die begleitende Marktforschung, dass mehr als die Hälfte der befragten Kund*innen von INTERSPORT das Konzept nutzen würden. Die verantwortliche Forschungsgruppe zum Thema Kreislaufwirtschaft am Logistikum der FH Oberösterreich blickt bereits auf eine langjährige Partnerschaft mit der Österreichischen Post und INTERSPORT zurück. Aus dieser Zusammenarbeit sind bereits mehrere erfolgreiche Projekte im Bereich Kreislaufwirtschaft hervorgegangen, darunter etwa die wiederverwendbare Verpackung Post Loop.
Dieses Projekt wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) gefördert und im Rahmen des Programms Logistikförderung durch die Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft mbH (SCHIG mbH) abgewickelt.
Die Ökobilanz zeigt, dass die Kreislaufretoure besser abschneidet als die traditionelle Retoure Bildquelle: FH OÖ
Projektleiterin Sarah Pfoser, Senior Researcher am Logistikum der FH Oberösterreich Bildquelle: privat
Günther Junkowitsch, Leitung Supply Chain Management bei INTERSPORT Bildquelle: INTERSPORT
Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter, Vorstand für Paket & Logistik, Österreichische Post AG Bildquelle: Österreichische Post AG
Das neue Konzept soll das Versand- und Retourenkonzept revolutionieren. Bildquelle: FH OÖ
Die Grafik zeigt, wie der Kreislaufversand und die -retoure dem Kunden*der Kundin angeboten werden könnte. Bildquelle: Intersport