Landesrat Achleitner: Automatisierte Busse im öffentlichen Verkehr - ROBERTA bringt Mehrwert für Oberösterreichs Wirtschaft
Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner: „Oberösterreichs Unternehmen können vom Innovationsschub durch Mobilitätsforschung profitieren – gleich dreifacher Nutzen für Softwarepark Hagenberg“
„Erstmals werden hochautomatisierte Busse mit über acht Sitzplätzen im regulären Linienbetrieb eingesetzt und wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, die technologischen, organisatorischen und rechtlichen Grundlagen für einen dauerhaften Einsatz im öffentlichen Verkehr zu schaffen“, heben Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner und Infrastruktur-Landesrat Mag. Günther Steinkellner hervor. Foto: Land OÖ / Hermann Wakolbinger
Zu den Dingen, die man aus der Wirtschaftsgeschichte lernen kann, gehört der Umstand, dass Innovationen im Bereich der Mobilität regelmäßig zu einem wirtschaftlichen Schub führen. Diese Hoffnungen verbinden sich auch mit einem von der FH Oberösterreich geleiteten und von der bundeseigenen FFG geförderten Forschungsprojekt zur Integration hoch-automatisierter Busse in den öffentlichen Personenverkehr, das den Namen ROBERTA - „Real wOrld automated Bus opERaTion Austria“ - trägt. Unternehmen, Wirtschaftsparks, Cluster und weitere Forschungseinrichtungen gehören zu den potenziellen Profiteuren.
Durch die Forschungsarbeit und deren Umsetzung in Pilotregionen – wie Oberösterreich Steiermark, Kärnten und Tirol – können im Projekt involvierte Betriebe profitieren. Dazu gehören etwa KEBA, WWT oder DigiTrans. Entwicklungen im Rahmen des Projektes werden international sichtbar und zahlen so in die Wettbewerbsposition dieser Firmen ein. Dem Automobilcluster OÖ der landeseigenen Standortagentur BizUp kommt mit der Leitung der Dissemination und Verwertung eine wichtige Rolle zu, um nachhaltigen Mehrwert für den oberösterreichischen Automobilsektor zu generieren.
Die Politik hat die wirtschaftlichen Chancen des Projektes längst erkannt – das zeigt die Fördersumme von 3,5 Millionen Euro, die das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) in das Projekt fließen lässt. Seitens des Landes Oberösterreich freut sich Wirtschafts- und Forschungslandesrat Markus Achleitner, „dass der Softwarepark Hagenberg zum Beispiel hier dreifach profitiert. Das dortige Software Competence Center (SCCH) ist erstens Forschungspartner, zweitens können zahlreiche der angesiedelten Unternehmen partizipieren und drittens wird das Arbeiten im Softwarepark noch attraktiver – er ist nämlich einer der Stops entlang der Pilotlinie von Pregarten nach Hagenberg.“
Impulse für die Industrie
Auch die genannten Impulse für die Mobilitätsindustrie sind für Achleitner von großer Bedeutung: „Die Automobilindustrie befindet sich weltweit in einer Transformationsphase. Durch Forschung und Entwicklung sind die Unternehmen in Oberösterreich in der Lage, mit frischen Innovationen ihre Marktchancen zu nutzen“.
Neben neuen Marktchancen entstehen laut Achleitner auch neue Chancen für Arbeitnehmer*innen durch neue Berufsbilder wie Sicherheitslenker*in oder Remote-Management-Mitarbeiter*in.
Mobilitätsminister Peter Hanke: „Automatisierte Mobilität ist ein zentrales Element in unserem Verkehrssystem und bietet damit großes Potenzial für leistbare und sichere Mobilität sowie gleichermaßen auch für Innovationen und Wertschöpfung aus Österreich. Wir fördern diesen Kompetenzaufbau unter anderem mit Testumgebungen und Mobilitätslaboren seit Jahren sehr erfolgreich. Diese starken Akteure stellen im Leitprojekt ROBERTA sicher, dass wir einen technologisch führenden und nutzbaren Showcase für den öffentlichen Personenverkehr der Zukunft schaffen.“
ROBERTA wirkt nachhaltig
„ROBERTA zeigt, dass automatisierter Busbetrieb keine Zukunftsmusik ist. Wir planen, diesen in den realen Linienverkehr zu bringen und schaffen damit die Grundlage für einen modernen, verlässlichen und nachhaltigen öffentlichen Verkehr in Österreich“ erklärt Projektleiter FH-Prof. Thomas Novak vom Logistikum der FH Oberösterreich in Steyr.
Co-Projektleiter Wolfgang Schildorfer, ebenfalls am Logistikum tätig, verweist auf drei Nachhaltigkeitsaspekte von ROBERTA: „Zunächst untersuchen wir, wie der Herausforderung des Fahrer*innen-Mangels durch hoch-automatisierte Busse begegnet werden kann. Weiters werden in ROBERTA ausschließlich elektrisch betriebene Busse eingesetzt und schließlich erarbeiten wir gemeinsam mit den Sozialpartnern Ideen, wie Arbeitsplätze und Wertschöpfung durch ROBERTA in Österreich geschaffen werden können.”
Mehrwert auch für Studium und weiterführende Forschung
Ein wesentlicher Mehrwert aus der Pilotumsetzung in ROBERTA ist die Integration neuester Forschungsergebnisse in Lehrinhalte für verschiedene Berufe und Studiengänge. Derartige Inhalte stärken das Ausbildungsportfolio maßgeblich und tragen auch zur Attraktivierung des Studiums an den Fakultäten Steyr und Hagenberg der FH Oberösterreich bei. Nicht zuletzt gehen vom Projekt auch Impulse für weiterführende wissenschaftliche Forschungsarbeiten aus.