Investition in den Hotspot der oberösterreichischen KI-Exzellenzstrategie
Ein klares Bekenntnis zur FH Oberösterreich und hier im Speziellen zu deren Campus Hagenberg legte das Land Oberösterreich bei einer Pressekonferenz am 22. April im Presseclub im Linzer Ursulinenhof ab.
v.l.: Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner, MMag.a Isolde Perndl, (Kaufmännische Geschäftsführerin der Fachhochschule Oberösterreich), Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und FH-Prof. DI Dr. Michael Rabl, MBA, (Präsident der Fachhochschule Oberösterreich). (Fotograf: Peter Mayr; Bildrechte: Land OÖ)
Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und Wirtschafts- & Forschungslandesrat Markus Achleitner stellten gemeinsam mit Hochschulpräsident FH-Prof. DI Dr. Michael Rabl MBA (TUM) und der Kaufmännischen Geschäftsführerin MMag. Isolde Perndl ein großangelegtes Bauprojekt und dessen Hintergründe vor.
Mit dem Neubau am Campus Hagenbergder FH Oberösterreich setzt Oberösterreich eine gezielte und zukunftsorientierte Investition in Bildung, Innovation und Standortqualität. Es geht dabei nicht um ein einzelnes Gebäude, sondern um die langfristige Sicherung und Weiterentwicklung eines zentralen Technologie‑ und Bildungsstandortes des Landes.
Der Campus Hagenberg ist seit Jahren ein Aushängeschild für Informationstechnologie, Digitalisierung und angewandte Künstliche Intelligenz. Er bildet hochqualifizierte Fachkräfte aus, ist eng mit der regionalen und internationalen Wirtschaft vernetzt und spielt eine wichtige Rolle in der KI‑Exzellenzstrategie des Landes Oberösterreich. Gleichzeitig ist die bestehende Infrastruktur, insbesondere das jetzige FH1-Gebäude, baulich und funktional an ihre Grenzen gestoßen.
Mit der Investition von rund 61 Millionen Euro in den Neubau des FH1-Gebäudes wird daher:
ein technisch veraltetes Gebäude ersetzt,
dringend benötigter Raum für Lehre, Forschung und Innovation geschaffen,
die Anmietung von externen Flächen beendet,
ein moderner, attraktiver Campus mit hoher Aufenthaltsqualität entwickelt und
ein neuer Ankerpunkt für den Softwarepark Hagenberg geschaffen.
Der Neubau bündelt künftig Studienbetrieb, Forschung, Serviceeinrichtungen, Mensa und Begegnungsräume an einem Standort und schafft damit die Voraussetzungen für qualitatives Wachstum. Davon profitieren nicht nur die Fachhochschule OÖ und der Softwarepark Hagenberg, sondern der gesamten Wirtschafts‑ und Bildungsraum Oberösterreich.
FH-Prof. DI Dr. Michael RABL MBA, Präsident FH Oberösterreich: Neue Mitte und neues Gesicht für die IT-Schmiede der Fachhochschule Oberösterreich
Keine Software ohne Hardware – was für den einzelnen Computer gilt, hat auch für den Campus Hagenberg als IT-Schmiede der Fachhochschule Oberösterreich seine Gültigkeit. Diese Hardware soll auch attraktiv sein, für Studierende, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie für die verschiedenen Stakeholdern. „Der Bedarf an IT-Spezialistinnen und -Spezialistinnen sowie an Forschungsleistung im IT-Bereich erreicht eine neue Dynamik. Der Bau FH1 ist dem nicht mehr gewachsen. Er ist zu klein, technisch veraltet und damit am Ende seines Lebenszyklus. An seine Stelle tritt ein attraktiver Neubau, der dem Campus eine bisher fehlende Mitte und damit ein neues Gesicht verleiht. Das stärkt die Aufenthaltsqualität und damit auch die Identität des Campus“, erklärt der Präsident der Fachhochschule Oberösterreich, FH-Prof. DI Dr. Michael Rabl.
Derzeit umfasst der Campus Hagenberg rund 15.600 m2 an Bestandsflächen, zusätzlich sind 2.100 m2 Fläche angemietet. Die Entwicklungsdynamik spricht für sich: die Zahl der Studierenden ist in den letzten 15 Jahren um fast 20 Prozent angestiegen, neue Studiengänge wie „Digital Energy Solutions“ werden an den Start gebracht. Andere Studiengänge aktualisieren ihr Curriculum. Im Herbst 2026 werden es bereits 11 Bachelor- und 12 Masterstudiengänge sein. Diese bilden ein breites Spektrum von Informatik & KI bis hin zu digitalen Medien, Kommunikation & Design ab. Der Anteil der internationalen Studierenden liegt bei rund 15 Prozent von insgesamt rund 1.600. Ihre Zahl noch weiter zu erhöhen, ist ein klares strategisches Ziel, welches ebenso mit Platzbedarf verbunden ist.
Die steigende Zahl der Forschungsprojekte verlangen auch nach mehr Platz für deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie innovative Laborräumlichkeiten, die technisch auf dem neuesten Stand sind. Maker Spaces brauchen mehr Raum für neue Ideen, die möglichst oft in die Gründung erfolgreicher Startups münden soll.
„Auf der akademischen Landkarte ist Hagenberg eine Metropole, wenn es um seine langfristige Bedeutung für Zukunftsthemen nicht nur der FH OÖ, sondern von ganz Oberösterreich und Österreich geht. Der Neubau des FH1 ist der Schlüssel für die nächste Entwicklungsstufe des Campus Hagenberg. Er stellt keine Expansion um ihrer selbst willen dar, sondern ermöglicht uns, die Qualität, für die wir uns in der IT-Fachwelt einen exzellenten Namen gemacht haben, auch in Zukunft beizubehalten“, so FH-Präsident Rabl.
MMag.a Isolde PERNDL, Kaufmännische Geschäftsführerin FH Oberösterreich: FH Oberösterreich will am Campus Hagenberg mit attraktiven Studien- und Arbeitswelten punkten
Am Campus Hagenberg fehlen der FH Oberösterreich derzeit rund 4.000 m2 dringend benötigter Nutzfläche. Weiters ist es sinnvoll, die 2.100 m2 an Fremdanmietungen aufzulösen. Schließlich muss der bisherige Bau FH1, der am Ende seiner technischen Lebensdauer angelangt ist, mit seinen rund 3.000 m2 Nutzfläche ersetzt werden. Insgesamt umfasst der Neubau also eine Nutzfläche von rund 9100 m2. „Durch den Ankauf des Meierhofes direkt am Campusareal ist es möglich, den Neubau zu realisieren, ohne den Lehr- und Forschungsbetrieb zu unterbrechen und auch ohne auf eine teure Containerlösung als Interimsquartier zurückzugreifen“, erklärt MMag.a Isolde Perndl, Kaufmännische Geschäftsführerin der Fachhochschule OÖ.
Die Errichtung erfolgt durch die Landes-Immobilien GmbH (LIG), das Gebäude wird dann von der FH Oberösterreich angemietet.
Der Neubau des FH1 führt zusammen, was zusammengehört. Er bildet das Herz des Hagenberger Campusareals und verkürzt die Wege zwischen einzelnen Organisationseinheiten in Lehre, Forschung und Verwaltung. Zentrale Services werden auch räumlich zentral verortet. Ein genaues Raum- und Funktionskonzept wird derzeit erarbeitet. „Im IT-Bereich ist fast immer Gründerzeit. Wir denken daher Shared Office Flächen für Spin Offs und andere Unternehmensgründungen bei unseren Planungen mit“, so die Kaufmännische Geschäftsführerin der Fachhochschule OÖ, Isolde Perndl.
Für die Planung des neuen FH1 wird gegen Jahresmitte ein Architekturwettbewerb ausgelobt. Die FH Oberösterreich steht im Wettbewerb mit anderen Hochschulen um Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und muss daher mit attraktiven Studien- und Arbeitswelten punkten. Dazu gehören einladende Freiflächen – auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unternehmen im Softwarepark – sowie eine großzügige Mensa.
„Die gegenwärtige Mensa ist für etwa 150 Mahlzeiten am Tag konzipiert, die Nachfrage liegt jedoch bereits jetzt bei mehr als 500 täglichen Mahlzeiten. Eine ansprechende Umgebung für die Mittagspause verbunden mit qualitativ hochwertiger Kulinarik ist für die Zufriedenheit von Studierenden und Mitarbeitenden essenziell“, erklärt Perndl.
Mit den Beschlüssen des Landes Oberösterreich im Frühjahr 2026 geht das Projekt in seine konkrete Phase. Noch im 2. Quartal wird der Architekturwettbewerb ausgeschrieben, dessen Ergebnis im Frühjahr 2027 der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Der Baustart ist für Herbst 2028 vorgesehen, die Inbetriebnahme des Neubaus im Jahr 2031.
Bessere Verzahnung und leichterer Fluss der Ideen:
„In unserer täglichen Arbeit brauchen wir mehr räumliche Nähe zwischen Lehre und Forschung. Durch die räumliche Trennung zwischen den forschenden FH-Professorinnen und -Professoren sowie deren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den einzelnen Projekten ist die Situation aktuell nicht optimal. Mit dem Neubau ergreifen wir die Chance einer besseren Verzahnung und freuen uns auf den leichteren Fluss der Ideen, der sich aus der ‚door to door‘-Situation ergeben wird“, erklärt FH-Prof. DI Dr. Stefan Wagner, Dekan der Fakultät Hagenberg der FH Oberösterreich.