FH Oberösterreich: Ein Studierendenaustausch der etwas anderen Art
Warum internationale IT-Studierende am Campus Hagenberg versuchen, Afrikas Wasserhyazinthen zu kontrollieren
Studierende aus Belgien, den Niederlanden, Spanien und Südafrika trafen sich um Austausch der etwas anderen Art am Campus Hagenberg der FH Oberösterreich. Bildquelle: FH Oberösterreich
Wasserhyazinthen sind in Südamerika heimisch, aber nicht in Afrika. Das an sich wäre noch nicht von Haus aus Gegenstand eines Austauschprogramms von IT-Studierenden aus Belgien, den Niederlanden, Spanien und Südafrika mit der FH Oberösterreich am Campus Hagenberg. Wenn aber Afrikas Seen durch den biologischen „Eindringling“ in Gefahr geraten und GPS-gestützte Sensortechnologien den Weg weisen, um dem Problem Herr zu werden, dann sind plötzlich die Ideen der besten IT-Studierenden gefragt. Seit Ende Oktober waren diese für drei Wochen an der IT-Schmiede der FH Oberösterreich versammelt.
„International Minor Global Acting in IT“ nennt sich eine Kooperation zwischen der Hagenberger IT-Fakultät der FH Oberösterreich und vier weiteren Universitäten und Hochschulen: Dem Belgian Campus aus Pretoria (Südafrika), der PXL Hasselt (Belgien), der Fontys ICT Eindhoven (Niederlande) sowie der Universidad de Lleida (Spanien). Die teilnehmenden Studierenden kommen von diesen Hochschulen und verbringen gemeinsam jeweils drei Wochen an jeder anderen Hochschule.
„Invasive Species“ Das Hauptthema lautet „Invasive Species“ – und eine solche „eindringende Art“ ist die südamerikanische Wasserhyazinthe in Afrika allemal. Das ist für einige Seen und Gewässer dort ein großes Problem, da es keine nennenswerten biologischen Konkurrenten gibt. Die Folge sind zugewucherte Seeflächen, auch bei großen Gewässern.
In Hagenberg galt es nun unter der Leitung von Volker Christian schwimmende, solar- und akkubetriebene sowie GPS-unterstützte Sensordevices zu entwickeln. Diese sollen relevante, chemische Substanzen im Seewasser messen und diese und die GPS-Position per Funk an eine zentrale Stelle weiterleiten, von wo die Daten letztlich zur Auswertung herangezogen werden können. Viele dieser Devices könnten dann auf den Seeoberflächen verteilt werden, wodurch sich in Echtzeit ein Bild der Verteilung der chemischen Stoffe an den Seeoberflächen ergibt. Diese wird mit der Verteilung der Wasserhyazinthen abgeglichen, um in der Forschung weitere Schlussfolgerungen ziehen.
Projektpartner in Afrika zielen auf praktische Umsetzung ab Themenbezogene Projektpartner sind das Center for Biological Control der Rhodes University of South Africa, das Department of Water & Sanitation Republic of South Africa und der Rotary- Club of Brits-Hartsbeespoort.
„Heuer nahmen 15 Studierende an diesem Auslandsstudium der etwas anderen Art teil, davon zwei vom Studiengang Medientechnik und -design der FH Oberösterreich“, erläutert Christina Huber-Beran, die als Leiterin des International Office am Campus Hagenberg dieses Projekt seitens der FH Oberösterreich betreut. Sie sieht darin für die Studierenden eine einzigartige Chance, innerhalb eines Semesters in fünf verschiedenen Ländern zu studieren und in einem interkulturellen Team an einem Projekt zu arbeiten.
Das Miteinander wurde durch ein Welcome Dinner am Campus Hagenberg, eine Führung durch das Ars Electronica Center in Linz sowie einen Ausflug nach Gmunden gefördert.
„Drei der besten Wochen unseres Lebens“ Jan Saayman studiert Software-Engineering im südafrikanischen Pretoria. „Wir wurden“, wie Saayman schildert, „von der FH Oberösterreich eingeladen, unser Modul „Internet der Dinge“ (IoT) in Hagenberg zu absolvieren. Das ist ein wichtiger Bestandteil unseres Projekts, um das Problem der Wasserhyazinthe im Hartbeespoort-Stausee in Südafrika zu lösen. Christian Volker hat uns in dieser Zeit sehr viel beigebracht, von der Programmierung verschiedener IoT-Sensoren bis hin zum Bau eines voll funktionsfähigen Prototyps, den wir in unserem Projekt einsetzen werden.“
Da die Studierenden dazu auch die Gelegenheit hatten die, wie der 21-jährige Südafrikaner sagt „Schönheit Österreichs zu entdecken“, gehörte die Zeit hier für ihn und seine Mitstudierenden „zu den besten Wochen in unserem Leben“.
Studierende aus Belgien, den Niederlanden, Spanien und Südafrika trafen sich um Austausch der etwas anderen Art am Campus Hagenberg der FH Oberösterreich. Bildquelle: FH Oberösterreich