Expanded Conference 2026: Wo Kunst, Technologie und Forschung neue Verbindungen eingehen
Die Expanded Conference, hervorgegangen aus dem 2013 gegründeten Expanded Animation Symposium, beschäftigt sich heute mit Themen an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft, darunter Animation, Games, Mixed Reality, Human-Computer Interaction, immersive Medien, generative KI, Robotik sowie neue Formen der Mensch-Maschine-Interaktion.
Mit der Expanded Conference bringt der Campus Hagenberg der FH Oberösterreich auch 2026 wieder internationale Impulse aus Animation, Interactive Art, Technologie und Forschung nach Linz.
Bildquelle: FH OÖ/ Patrick Proier
Wie verändern KI, Games und immersive Technologien unsere Wahrnehmung, unsere Kreativität und die Art, wie wir mit Maschinen interagieren? Mit diesen und weiteren aktuellen Fragen beschäftigt sich die Expanded – Conference on Animation and Interactive Art, die von 9. bis 11. September 2026 im Skyloft des Ars Electronica Centers stattfindet. Die mittlerweile 14. Ausgabe der vom Campus Hagenberg der FH Oberösterreich und Ars Electronica organisierten Konferenz bringt im Rahmen des Ars Electronica Festivals internationale Künstler*innen, Forscher*innen und Kreative zusammen. Die Veranstaltung findet erneut in Kooperation mit ACM SIGGRAPH, dem weltweit renommierten Fachverband für Computergrafik und interaktive Technologien, statt.
Rekordzahl an internationalen Einreichungen
Die wachsende internationale Bedeutung der Konferenz zeigt sich 2026 besonders deutlich: 243 Beiträge wurden eingereicht – fast 150 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach einem internationalen Peer-Review-Verfahren wurden 53 Papers angenommen, was einer Acceptance Rate von 21,4 Prozent entspricht. Neben den etablierten Research und Art Paper Tracks erweitern heuer zwei neue Formate das wissenschaftliche Programm: ein Doctoral Consortium für Nachwuchsforschende sowie die Expanded Play Gallery als eigener wissenschaftlich-künstlerischer Track.
Die angenommenen Beiträge werden Open Access in der ACM Digital Library veröffentlicht und stärken damit die internationale wissenschaftliche Sichtbarkeit der Konferenz weiter.
„Die enorme Steigerung bei den Einreichungen zeigt, dass sich Expanded zu einer international sichtbaren Plattform an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis, Technologie und Forschung entwickelt hat. Besonders wichtig ist uns, unterschiedliche Communities zusammenzubringen – von etablierten Künstler*innen und Forschenden über die Games- und Animationsbranche bis hin zu Studierenden und Nachwuchswissenschafter*innen“, sagt Juergen Hagler, Leiter der Digital Arts Studiengänge am Campus Hagenberg und Initiator der Expanded Conference.
Von Pixar und Game Design bis Human-Computer Interaction
Zu den Highlights des dreitägigen Programms zählen international renommierte Gäste aus Kunst, Forschung und Industrie. Beim Art & Industry Panel geben der Schweizer Game Designer Mario von Rickenbach, die japanisch-britische Künstlerin und Designerin Sputniko! sowie der ehemalige Pixar-Animator Simon Christen Einblicke in ihre Arbeit. Das Artist Perspectives Panel bringt unter anderem Andrew Herzog, Gewinner der Golden Nica beim Prix Ars Electronica 2026 in der Kategorie New Animation Art, nach Linz. Die Session „Birds of a Feather: Connecting Media Art Research“ bringt zudem Vertreter*innen internationaler Media-Art-Communities wie ACM SIGGRAPH Digital Arts Community, ISEA und SIGGRAPH Asia zusammen.
Den Abschluss bildet die Keynote „Research through Design at the Intersection of HCI and Games“ von Katherine Isbister, Professorin für Computational Media an der University of California, Santa Cruz. Sie zeigt anhand ihrer Forschung, wie Design und Games neue Zugänge zur Erforschung unseres zukünftigen Zusammenlebens mit Technologie eröffnen können.
Expanded Play macht interaktive Forschung erlebbar
Über die Konferenzräume hinaus wird Expanded auch heuer wieder unmittelbar erlebbar: die Expanded Play Gallery ist während des Ars Electronica Festivals im Atelierhaus Salzamt in Linz zu sehen. Die Ausstellung widmet sich unterschiedlichen Perspektiven auf Mixed Reality, räumliche Interaktion und spielerische Medien und präsentiert Arbeiten von Künstler*innen, Forscher*innen und Studierenden aus mehreren Ländern – darunter Exponate von MIT (Massachusetts Institute of Technology), UCLA (University of California), sowie auch drei Projekte des Digital Media Departments der FH Oberösterreich.
Die Bandbreite reicht von interaktiven Gemälden über datenbasierte Klangwelten bis hin zu einem virtuellen Messias. Besucher*innen können die Projekte selbst ausprobieren und unterschiedliche Formen des Zusammenspiels von Raum, Körper und digitaler Technologie erleben.
Neu ist 2026 die noch engere Verbindung von Ausstellung und wissenschaftlicher Konferenz: Die Expanded Play Gallery bildet einen eigenen peer-reviewten Track. Die ausgewählten Projekte werden bei der Konferenz in Lightning Talks vorgestellt, während des Festivals im Salzamt präsentiert und die dazugehörigen Beiträge in der ACM Digital Library veröffentlicht. Damit verbindet Expanded wissenschaftliche Publikation, künstlerische Präsentation und unmittelbare Interaktion mit dem Festivalpublikum.
Summer School: Games als Forschungsinstrument
Bereits im Vorfeld startet am Campus Hagenberg die Expanded Summer School 2026. Unter dem Motto „Play to Research“ beschäftigt sie sich damit, wie Games über Unterhaltung hinaus als Forschungsgegenstand, Experimentierumgebung und wissenschaftliches Werkzeug eingesetzt werden können. Das Programm verbindet wissenschaftliche und praktische Perspektiven – von Human-Computer Interaction, Verhalten und Emotionen bis zu neuen spielerischen Interaktionsformen. Anschließend wechseln die internationalen Teilnehmer*innen nach Linz und werden dort Teil der Expanded Conference und des Ars Electronica Festivals.
Prix Ars Electronica Animation Art Screening
Parallel dazu setzen die FH Oberösterreich und Ars Electronica ihre langjährige Zusammenarbeit im Bereich Animationskunst fort. Das bisher als Ars Electronica Animation Festival bekannte Format trägt 2026 den neuen Namen Prix Ars Electronica Animation Art Screening und unterstreicht damit seine enge Verbindung zum Prix Ars Electronica.
Das von Juergen Hagler und Daniela Duca De Tey kuratierte Programm präsentiert ausgewählte Arbeiten aus der diesjährigen Prix-Ars-Electronica-Kategorie New Animation Art. Screenings, Meet-the-Artist-Formate und Live-Performances beschäftigen sich mit Themen von künstlicher Intelligenz und digitaler Arbeit bis zu Desinformation, Politik und gesellschaftlichem Wandel. Zu den Höhepunkten zählen Arbeiten von Golden-Nica-Preisträger Andrew Herzog, 2girls1comp und Veneta Androva sowie das Austrian Panorama at Prix 2026.