Die klügsten Köpfe aus Oberösterreichs Hochschulen arbeiten an „Innovation Challenges“ aus der Praxis
Innovation Week 2026: Leuchtturmprojekt für die Verbindung von Theorie und Praxis im Studium
Bildquelle: FH OÖ
Unternehmen sehen sich stets gefordert, mit innovativen Produkten und Dienstleistungen auf dem Markt zu bestehen. Oft bringt da ein Blick von außen die entscheidende Idee. In der von der FH Oberösterreich 2015 ins Leben gerufenen Innovation Week werken nicht nur Masterstudierende aller vier Fakultäten, sondern auch der JKU Linz und der Kunstuni Linz an realen Aufgabenstellungen von Firmen. „Junge Menschen auf die Praxis in Unternehmen vorzubereiten ist ein echter USP unserer Hochschule. Diese Umsetzungsstärke wird hier gelebt.“ bringt Isolde Perndl, Kaufmännische Geschäftsführerin der FH Oberösterreich, die Stärke des Formats auf den Punkt.
Die 40 in das Programm aufgenommenen Studierenden aus 15 Studienrichtungen haben eine intensive Woche im „Innovations-Hot-Spot“ in der Factory 300 der Tabakfabrik Linz hinter sich. Unternehmen wurden besucht, die Probleme von Anwender*innen identifiziert, Ideen entwickelt und Prototypen erstellt, die in den jeweiligen Unternehmen weiterentwickelt werden können. Insgesamt sechs praktische Herausforderungen trafen auf sechs interdisziplinäre Teams von Studierenden. Erfahrene Coaches begleiteten die Arbeit und unterstützten, wenn es notwendig ist.
Studierende fordern Technologieunternehmen heraus
Julian Bauer, Head of Innovation beim Technologieunternehmen KEBA AG, bezeichnet „diese frischen Impulse von jungen Talenten aus unterschiedlichen Kulturen und Studienrichtungen“ als enorm wertvoll für sein Unternehmen. Innerhalb einer Woche entstünden greifbare Ideen und neue Denkansätze, welche KEBA in den letzten Jahren begeistert, aber auch „gechallenged“ haben. „Das passt“ so Bauer weiter, „perfekt zu unserem Open-Innovation-Ansatz.“
Expert*in ist überzeugt: Innovation verlangt nach interdisziplinären Zugängen
Koordiniert wird die Innovation Week von FH-Prof. Daniela Freudenthaler-Mayrhofer vom Campus Steyr und von FH-Prof. Josef Altmann vom Campus Hagenberg der FH Oberösterreich. Beide sind fest davon überzeugt, dass Innovation in interdisziplinären Teams am besten funktioniere und so wirklich zukunftsrelevante Lösungen entstünden. „Die Perspektivenvielfalt, die offene Exploration von Themen, die konstruktive Diskussion im Team und das Aushalten von Unsicherheit sind wichtige Bausteine jedes kreativen Prozesses. Das kann man nur durch eigenes Erleben verstehen“ unterstreicht die Professorin für Innovation,Daniela Freudenthaler-Mayrhofer.
Hohe Motivation der Studierenden macht den Erfolg aus
Eine wichtige Motivation dafür, dieses ständige wachsende Format „Innovation Week“ nun schon in der elften Auflage zu betreuen, liegt für Freudenthaler-Mayerhofer in der Begeisterung der Studierenden. „Sich mit den Herausforderungen von berufstätigen Eltern für die Caritas eine Woche zu beschäftigen, ist wirklich spannend. Wir hatten die Chance an einem realen Problem zu arbeiten, das uns später auch betreffen wird. Die Zeit war intensiv und die Zusammenarbeit in der interdisziplinären Gruppe bereichernd“ sagt etwa Christian Zillig, der an der FH Oberösterreich in Steyr Supply Chain Management (SCM) studiert. In die gleiche Kerbe schlägt auch Samuel Weissenbacher vom Studiengang Embedded Systems Design (ESD) am Campus Hagenberg: „ Als Ingenieure arbeiten wir immer schnell an der Lösung, und wir nehmen uns zu wenig Zeit für die Exploration des Problems. Die Auseinandersetzung mit den Nutzern hier ist sehr wertvoll. Außerdem treten wir hier aus der eigenen Bubble heraus und in einen intensiven Diskurs mit anderen Disziplinen ein.“
Auch JKU und Kunstuni vom gemeinsamen Format überzeugt
Wie urteilen jene Universitäten, die sich der „Innovation Week“ als wichtige Partner angeschlossen haben? „Transformation gelingt nur, wenn unterschiedliche Perspektiven übergreifend zusammenwirken. Genau das erfahren die Studierenden hier selbst und sammeln wertvolle Erfahrungen, wie Zukunft gemeinsam gestaltet werden kann" betont Patricia Stark, stellvertretende Leiterin des „Linz Institut for Transformative Change“ (LIFT_C) der Johannes Kepler Universität Linz.
Die Kunstuniversität Linz ist bei der Innovation Week mit Studierenden aus Architektur, Industrial Design und Kommunikationsdesign vertreten. „Junge Künstler*innen und Designer*innen können ihr kreatives Potenzial sowie ihr Wissen in Sachen Entwürfe und Design einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Die Gestaltung und Entwicklung von innovativen Produkten mit Fokus auf Mensch, Technologie und gesellschaftliche Entwicklungen ermöglichen zudem Kooperationsprojekte mit Wirtschaft und Industrie“ freut sich Vizerektor Andre Zogholy.
International und interdisziplinär – so verlief die Innovation Week 2026 in der Linzer Tabakfabrik mit Studierenden von FH Oberösterreich, JKU Linz und Kunstuni Linz