Industrie im Wandel: MEWI Podiumsdiskussion beleuchtet Zukunft und Herausforderungen
Am 6. November 2025 lud der Studiengang Mechatronik & Wirtschaft (MEWI) der Fakultät für Technik und Umweltwissenschaften an der FH Oberösterreich zur Podiumsdiskussion „No Hope? Industrie im Wandel“ nach Wels.
Über 150 Besucher*innen folgten der Einladung und erlebten einen Abend voller Impulse zu den drängenden Fragen der europäischen Industrie.
Unter der charmanten Moderation von Sandra Mühlböck, Vizedekanin und Professorin bei MEWI, diskutierten hochkarätige Expert*innen über die Zukunftsfähigkeit, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Europas. Im Anschluss bot ein vom FH-Förderverein Wels gesponsertes Getränkebuffet sowie die musikalische Begleitung durch die FH-Professorenband Gelegenheit zum Netzwerken und Austausch.
Die Diskussion machte deutlich: Transformation ist keine Option, sondern eine Überlebensfrage – und betrifft Technologie, Kultur und Führung gleichermaßen. Die Panelgäste beleuchteten die Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven:
Heinz Hollerweger (ehem. Leiter Gesamtfahrzeugentwicklung Audi): „Fortschritt heißt, Neues zu schaffen, anstatt alte Zustände wiederherzustellen. Abschottung ist keine Lösung – Europas Stärke liegt in globaler Vernetzung.“
Carsten Bock (Roland Berger): „Die Industrie muss sich neu erfinden. Wachstum ist der Schlüssel – und Wachstum braucht Innovation. Europa verliert hier an Boden: Produktivität stagniert, digitale Kompetenzen fehlen, Kapital fließt zu wenig in zukunftsfähige Unternehmen.“
Michael Renz (ehem. Vertriebschef Audi): „Wir stehen vor einer Zeitenwende: Jahrzehntelanger Erfolg hat uns bequem gemacht, während andere Märkte dynamisch agieren. Unsere Werte dürfen nicht zur Bremse im globalen Wettbewerb werden.“
Kurt Gaubinger (FH OÖ, Studiengangsleiter MEWI): „Innovationsfähigkeit entscheidet über die Zukunft europäischer Unternehmen. Hier besteht teils großer Nachholbedarf. Die Wirtschaft braucht mehr Gestalter*innen und weniger Verwalter*innen“
Gregor Dietachmayr (Pöttinger): „Ausbildung ist der Schlüssel zur Innovationskraft – Wir brauchen ein neues Verständnis von Ausbildung und müssen in Qualifikationen investieren.“
Silke Preymann (FH OÖ): „Moderne HR-Politik ist ein Erfolgsfaktor – Vertrauen und Weiterentwicklung sind zentral.“
Bernhard Reisner (Silhouette Group): „Die Industrie kann Wandel – dazu braucht es Mut und gemeinsame Leistung.“
Fazit
Investitionen in Bildung, digitale Kompetenzen und Technologien sowie der Mut, disruptive Trends aktiv zu gestalten, sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu sichern. Transformation ist kein Schlagwort, sondern eine Überlebensfrage – und sie betrifft alle Ebenen: Technologie, Kultur und Führung.