Arbeiten in Wien, Verfahrenstechnik studieren in Wels – und das mit Erfolg!
Zwischen Wien und Wels: Predrag Grekulovic zeigt, wie sich Arbeiten in der Hauptstadt und ein berufsbegleitendes Studium an der FH OÖ in Wels erfolgreich verbinden lassen – und dass dieses Modell in der Praxis bestens funktioniert.
Wir haben mit ihm gesprochen:
Predrag Grekulovic
Werdegang: Predrag Grekulovic, 26 Jahre
Vorbildung: 2014-2019: HTL Technologisches Gewerbemuseum (TGM) Wien 1200 – Maschinenbau
Derzeitiger Job: Seit 2020: Konstrukteur bei Sirocco Luft und Umwelttechnik GmbH in 1230 Wien, zuständig für die Konstruktion von Absperrklappen im Tunnelbau sowie im Anlagenbau.
Warum haben Sie sich für das Studium Verfahrenstechnische Produktion VTP entschieden? Es war sowohl ein persönlicher Wunsch, mich weiterzubilden und weiterzuentwickeln, als auch ein Vorschlag der Geschäftsführung. Dieser Vorschlag bringt einen Nutzen für die Firma, da eine neue Sparte aufgebaut werden soll. Dafür ist das Wissen über die Nutzung von Energie und Wärme nützlich für zukünftige Anlagenprojekte, wie z. B. Wärmerückgewinnung oder Auslegung von Apparaten zur Wärmeübertragung. Bei der Suche nach passenden Studiengängen stieß ich auf die FH OÖ in Wels, speziell auf die Verfahrenstechnische Produktion.
Sie leben und arbeiten in Wien und pendeln zum berufsbegleitenden Studieren an den FH OÖ Campus Wels. Wie funktioniert das genau? Gemeinsam mit meinem Arbeitgeber haben wir von Beginn an eine klare Lösung erarbeitet: Ich habe einen Kostenplan für Reise- und Unterkunftskosten erstellt, der vollständig vom Unternehmen übernommen wird – das hat die Entscheidung natürlich erleichtert. Der Ablauf ist inzwischen gut eingespielt: Freitagvormittag reise ich mit dem Zug nach Wels, am Abend übernachte ich im Hotel und am Samstagnachmittag geht es wieder zurück nach Wien. Die Zugfahrt nutze ich produktiv – entweder zur Vorbereitung auf die Lehrveranstaltungen oder zur Nachbearbeitung von Aufgaben. Man gewöhnt sich schnell daran und empfindet die Fahrzeit kaum noch als Verlust.
Soweit wir informiert sind, haben Sie Ihre Arbeitsstunden reduziert. Würden Sie das auch anderen VTP-Studierenden empfehlen? Wenn ja, warum? Im ersten Semester habe ich noch Vollzeit gearbeitet – und recht schnell gemerkt, dass das auf Dauer kaum zu stemmen ist: Die Zeit für Freunde, Familie und Hobbys schrumpfte auf ein Minimum. Inzwischen arbeite ich 15 Stunden pro Woche, was mir deutlich mehr Spielraum gibt. Ein glücklicher Nebeneffekt: So bleibe ich unter der Zuverdienstgrenze für das Selbsterhalter-Stipendium, auf das mich erst meine Studienkollegen im ersten Semester aufmerksam gemacht haben. Anderen VTP-Studierenden würde ich empfehlen, sich diesen Schritt ernsthaft zu überlegen – die Entlastung ist spürbar.
Gibt es bereits ein oder mehrere Highlights im Studium, von dem/denen Sie berichten können? Definitiv ja! Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Come-togethers, die Herr Dr. Kronawettleiter zu Beginn jedes Semesters organisiert. Dort präsentieren Studierende aus anderen Jahrgängen, Professorinnen und Professoren sowie externe Unternehmen ihre aktuellen Projekte – das ist jedes Mal eine echte Bereicherung. Im Anschluss gibt es ein Buffet, bei dem man ungezwungen ins Gespräch kommt und wertvolle Kontakte für die Zukunft knüpft.
Auch die Unternehmensexkursionen zählen für mich zu den Highlights: Im ersten Semester besuchten wir die AGRANA Stärke GmbH in Aschach und erhielten faszinierende Einblicke in deren Produktion. Im dritten Semester folgte eine Exkursion zur LAT-Nitrogen im Chemiepark Linz – beides Erlebnisse, die man im normalen Studienalltag so nicht bekommt und die das theoretische Wissen auf beeindruckende Weise greifbar machen.
Können Sie das Studium Verfahrenstechnische Produktion weiterempfehlen? Absolut – und das ohne Einschränkung! Der Studiengang VTP verbindet fundiertes Fachwissen mit echter Praxisnähe. Die Kombination aus Exkursionen, Laboreinheiten und kompetenten Lehrenden macht das Studium inhaltlich sehr wertvoll. Die Professorinnen und Professoren bringen jahrelange Branchenerfahrung mit und bereiten die Studierenden gezielt auf die Anforderungen der Arbeitswelt vor. Wer beruflich in der Verfahrenstechnik Fuß fassen oder sich – wie ich – in diesem Bereich weiterentwickeln möchte, ist hier genau richtig.
Danke für die wertvollen Einblicke und weiterhin viel Erfolg!