Nachhaltiger Speiseplan: Studierendenprojekt zeigt großes Einsparpotenzial in der Gemeinschaftsverpflegung
Ein Studierendenteam des Masterstudiums Supply Chain Management der FH OÖ Campus Steyr zeigt, wie der Einsatz von texturiertem Sojaprotein in der Gemeinschaftsverpflegung CO₂-Emissionen und Wasserverbrauch drastisch senken kann – bei gleichzeitiger Stärkung regionaler Wertschöpfung.
Wie nachhaltige Ernährung im großen Maßstab gelingen kann, zeigt ein aktuelles Praxisprojekt im Masterstudium Supply Chain Management am FH OÖ Campus Steyr. Gemeinsam mit einem Praxispartner analysierten Studierende, wie sich der Austausch von Rindfleisch durch texturiertes Sojaprotein in der Gemeinschaftsverpflegung auf Umwelt und Ressourcenverbrauch auswirkt.
Ziel des Projekts war es, wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlagen für nachhaltigere Beschaffungsstrategien zu entwickeln. Dazu modellierte das Studierendenteam die ökologischen Auswirkungen unterschiedlicher Proteinquellen und verglich diese anhand zentraler Indikatoren wie CO₂-Emissionen, Wasserverbrauch und Flächenbedarf. Die Analyse basierte auf wissenschaftlichen Studien sowie praxisnahen Daten und wurde in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber durchgeführt.
Die Ergebnisse zeigen ein beeindruckendes Einsparpotenzial: Durch den Einsatz von texturiertem Sojaprotein können die CO₂-Emissionen um über 85 % reduziert werden. Auch beim Wasserverbrauch ergibt sich eine deutliche Verbesserung – mit Einsparungen von bis zu 86 %. Gleichzeitig benötigt der Anbau von Soja für die Verarbeitung zu texturiertem Protein wesentlich weniger landwirtschaftliche Fläche als die Produktion von Rindfleisch.
Neben den ökologischen Vorteilen hebt das Projekt auch die Bedeutung regionaler Wertschöpfung hervor: Ein Großteil der verwendeten Sojabohnen stammt aus Österreich, wodurch Transportwege verkürzt und nachhaltige Lieferketten gestärkt werden.
Projektleiterin Daniela Knapp beschreibt den Ansatz wie folgt: „Unser Ziel war es, wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlagen für eine nachhaltigere Gemeinschaftsverpflegung zu erarbeiten. Durch die Kombination aus Datenanalyse und realitätsnahen Szenarien konnten wir wertvolle Erkenntnisse für die Praxis liefern.“
Auf Basis der Ergebnisse empfehlen die Studierenden unter anderem die Durchführung von Pilotprojekten, den Ausbau regionaler Soja-Lieferketten sowie gezielte Aufklärung zur Förderung nachhaltiger Ernährungsalternativen.
Das Projekt verdeutlicht eindrucksvoll, wie durch datenbasierte Analysen und praxisnahe Zusammenarbeit konkrete Lösungsansätze für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt werden können – und wie nachhaltige Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung erfolgreich umgesetzt werden kann.