Lebensphasenorientiertes Arbeiten als Erfolgsfaktor für Unternehmen
„Potenziale nutzen – Talente binden – Inklusion leben“ – unter diesem Leitmotiv brachte die TIME4HR am 10. November 2025 HR-Expert*innen und Führungskräfte an der FH OÖ am Campus Steyr zusammen, um Wege in eine faire und zukunftsorientierte Arbeitswelt zu beleuchten.
Wie können Unternehmen Arbeit so gestalten, dass sie den unterschiedlichen Lebensrealitäten ihrer Mitarbeitenden gerecht wird – und damit auch ihre eigene Zukunftsfähigkeit sichern? Diese Frage stand im Mittelpunkt TIME4HR-Veranstaltung an der Fachhochschule Oberösterreich, Campus Steyr. Die Veranstaltungsreihe, organisiert vom Masterstudiengang Human Resource Management gemeinsam mit der HRM Experts Group Austria, fand bereits zum dritten Mal statt und widmete sich diesmal dem Thema lebensphasenorientiertes Arbeiten. Rund 60 HR-Expert*innen und Führungskräfte nahmen an der Veranstaltung teil und tauschten sich über Strategien und Best Practices aus.
Silke Preymann, Studiengangsleiterin des Masterstudiengangs Human Resource Management, führte mit einem Impuls in das Thema ein und präsentierte aktuelle Zahlen, die die wirtschaftliche Relevanz unterstreichen: „Bis 2030 werden in Oberösterreich rund 83.000 Arbeitskräfte fehlen. Gleichzeitig verändert sich die Arbeitswelt rasant – technologisch, demografisch und gesellschaftlich. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, attraktive und flexible Rahmenbedingungen zu schaffen, die den unterschiedlichen Lebensphasen ihrer Mitarbeitenden gerecht werden. Wer das schafft, sichert sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.“
Lebensphasenorientiertes Arbeiten bedeutet, Mitarbeitende je nach Lebenssituation optimal zu unterstützen – vom Berufseinstieg über Familien- oder Pflegezeiten bis hin zum Übergang in die Pension. „Organisationen, die Arbeit an Menschen anpassen – und nicht umgekehrt –, profitieren mehrfach: Sie erhöhen Zufriedenheit, Produktivität und Bindung ihrer Mitarbeitenden“, betonte Preymann. Studien zeigen, dass Mitarbeitende, die sich unterstützt und wertgeschätzt fühlen, seltener kündigen und stärker zum Unternehmenserfolg beitragen.
Dass lebensphasenorientierte Gestaltung auch in der Praxis funktioniert, zeigten beeindruckende Unternehmensbeispiele: 💬Alexander Hochmeier (FACC AG) berichtete, wie über 400 Arbeitszeitmodelle dazu beitragen, Arbeit flexibler und individueller zu gestalten. Das Ergebnis: geringere Fluktuation, längere Verweildauer, höherer Frauenanteil in der IT und ein ausgewogener Altersmix – alles Faktoren, die die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft des Unternehmens stärken. 💬Alexander Berth (Greiner AG) hob hervor, dass nachhaltiger Unternehmenserfolg auf einer Kultur beruht, die individuelle Bedürfnisse ernst nimmt. Wer offen über Belastungen oder gesundheitliche Einschränkungen sprechen kann, reduziert Fehlzeiten, beugt Sicherheitsrisiken vor und stärkt das Vertrauen im Team – eine Win-win-Situation für Mitarbeitende und Unternehmen.
„Lebensphasenorientierung ist kein weiches HR-Thema, sondern ein klarer Business Case“, fasste Preymann zusammen. „Organisationen, die flexibel auf unterschiedliche Lebenssituationen reagieren, gewinnen an Attraktivität, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.“
Die Veranstaltung macht deutlich, wie praxisnah und zukunftsorientiert modernes Personalmanagement gedacht wird. Ein herzliches Dankeschön galt allen Speaker*innen und Teilnehmer*innen für die spannenden Einblicke, offenen Diskussionen und das inspirierende Netzwerken.