von Peter Daxberger, B.A., Stv. Abteilungsleiter OÖ1, Ldst. Oberösterreich
Bildquelle: Reinhold Strasser
Ein Studium neben einer Vollzeitbeschäftigung zu absolvieren, war für mich eine große Herausforderung – aber zugleich eine der bereichernden Erfahrungen meiner bisherigen Laufbahn. Von Herbst 2022 bis Frühjahr 2025 studierte ich berufsbegleitend Public Management am FH Campus Oberösterreich in Linz. In diesem Bericht möchte ich auf meine Beweggründe, die Vereinbarkeit von Beruf und Studium sowie meine wichtigsten Erkenntnisse aus sechs intensiven Semestern zurückblicken.
Die Entscheidung für ein berufsbegleitendes Studium traf ich mit Respekt vor der Doppelbelastung – aber auch mit klarer Motivation: Ich wollte mein Wissen im öffentlichen Sektor erweitern, Zusammenhänge besser verstehen und neue Impulse für meine Arbeit gewinnen. Gerade für meine damals neue Funktion als Personalkontaktperson in der Landesstelle Oberösterreich war es mir wichtig, ein tieferes Verständnis für Personalmanagement und Organisations-entwicklung zu erlangen.
Das Bachelorstudium „Public Management“ an der FH Oberösterreich in Linz bot mir genau das. Es vereinte Verwaltung, Recht, Wirtschaft und Management und legte großen Wert auf Praxisnähe. Viele Inhalte konnte ich direkt in meinem Berufsalltag anwenden – etwa zu Themen wie Verwaltungsmodernisierung, Digitalisierung oder Dienstrecht. Dadurch entstand ein wertvoller Austausch zwischen Theorie und Praxis.
Studium mit einer Vollzeitbeschäftigung – geht das überhaupt?
Die größte Herausforderung war zweifellos die Zeit. Das Studium war berufsbegleitend aufgebaut, mit Lehrveranstaltungen an Mittwochnachmittagen, Freitagnachmittagen und Samstagen. Diese Struktur ermöglichte mir, Vollzeit zu arbeiten und gleichzeitig zu studieren – erforderte aber auch viel Selbstdisziplin und Organisation.
Ich lernte, meine Wochen genau zu planen und Prioritäten zu setzen. Natürlich gab es Phasen, in denen die Doppelbelastung deutlich spürbar war – besonders während Prüfungszeiten oder Projektphasen. Doch rückblickend hat sich der Aufwand in jeder Hinsicht gelohnt: Ich konnte mein berufliches Wissen erweitern, neue Perspektiven gewinnen und meine fachlichen Kompetenzen deutlich vertiefen.
Mein Tipp für künftige Studierende: Gute Zeitplanung ist das A und O – aber mit Motivation und Ausdauer ist ein berufsbegleitendes Studium absolut machbar.
Wie die Verbindung von Theorie und Praxis konkret Sinn stiftet?
Das Studium umfasste ein breites Themenspektrum – von rechtlichen Grundlagen über Verwaltungswissenschaft, Finanzmanagement und Personalentwicklung bis hin zu Projekt- und Qualitätsmanagement. Besonders spannend war der interdisziplinäre Ansatz: In Gruppenarbeiten und Diskussionen mit Studierenden aus verschiedenen Behörden entstanden neue Perspektiven und praxisnahe Lösungen.
Ein besonders interessantes Praxisprojekt war die Studie „Ask the Youth! – Jungsein in Arbing“, in der wir die Gemeinde Arbing bei einer Jugendbefragung zu Freizeit, Vereinsleben und Mobilität unterstützten. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie empirische Forschung praxisnahe Impulse für kommunale Entwicklungen liefern kann. Durch die Anwendung von Leitfadeninterviews, standardisierten Fragebögen sowie statistischen Analysen konnten wir wertvolle Erkenntnisse über die Bedürfnisse und Lebensrealitäten der Jugendlichen in der Gemeinde Arbing gewinnen.
Anstelle eines Berufspraktikums in einer anderen Organisation befasste ich mich mit einem Projekt bei meinem Dienstgeber, dem Sozialministeriumservice. Im Rahmen des Projekts „Medienbruchfreies Verarbeiten von E-Mails im Sozialministeriumservice“ widmete ich mich der Einführung eines vollständig digitalen E-Mail-Verarbeitungsprozesses, um E-Mails direkt in das BE-FIT-System zu importieren – ohne Ausdruck oder manuelles Einscannen. Das Projekt konnte erfolgreich abgeschlossen und in der Praxis umgesetzt werden. Dadurch ließen sich die Arbeitsabläufe spürbar effizienter gestalten, Ressourcen einsparen und die Fehleranfälligkeit deutlich reduzieren. Die Evaluierung des Projekts zeigte, dass dieser Schritt ein wichtiger Beitrag zur Optimierung von Verwaltungsprozessen war und künftig eine vollständige Automatisierung angestrebt werden sollte. Besonders lehrreich war für mich, dass Digitalisierungsprojekte nur dann erfolgreich sind, wenn technische Lösungen, Qualitätsstandards und Mitarbeiterakzeptanz gleichermaßen berücksichtigt werden. Die Erfahrung hat mir verdeutlicht, wie wichtig Kommunikation, Einbindung der Mitarbeitenden und praxisnahe IT-Konzepte für nachhaltige Veränderungen in der Verwaltung sind.
Den Abschluss meines Studiums bildete meine Bachelorarbeit mit dem Titel: „Öffentlichkeitsarbeit für das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) – Entwicklung eines Kommunikationskonzepts zur Steigerung der Bekanntheit und Akzeptanz.“
Das Thema war für mich von besonderer Bedeutung, da es eine direkte Verbindung zu meiner beruflichen Tätigkeit im Sozialministeriumservice Oberösterreich herstellte. Ziel war es, ein Kommunikationskonzept zu entwickeln, dass die Bekanntheit des BaFG stärkt und das Bewusstsein für Barrierefreiheit fördert.
Ich konnte dabei mein Wissen aus den Bereichen Kommunikationsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungsrecht ideal verbinden. Besonders spannend war die Frage, wie man komplexe rechtliche Inhalte so vermitteln kann, dass sie für alle Bevölkerungsgruppen verständlich sind.
Dieses Thema hat mir gezeigt, wie wichtig verständliche Kommunikation und Bewusstseinsbildung im öffentlichen Bereich sind.
Mein Fazit
Wenn ich heute auf die vergangenen sechs Semester zurückblicke, bin ich stolz auf das Erreichte. Das Studium Public Management an der FH Oberösterreich in Linz war fordernd, aber es hat mich sowohl fachlich als auch persönlich enorm weitergebracht. Ich habe gelernt, komplexe Aufgaben strukturiert anzugehen, Prioritäten zu setzen und auch in stressigen Phasen fokussiert zu bleiben.
Besonders bereichernd war der Austausch mit den Mitstudierenden aus unterschiedlichen Verwaltungsbereichen. Diese Vielfalt hat meinen Blick auf Verwaltung, Bürgernähe und Modernisierung nachhaltig geprägt. Ein entscheidender Erfolgsfaktor war aber auch der starke Zusammenhalt und Teamspirit innerhalb der Studiengruppe – durch gegenseitige Unterstützung und Motivation konnten selbst schwierige Phasen und Tiefpunkte leichter überwunden werden.
Mein Fazit nach drei Jahren: Das Studium war eine Investition in mich selbst. Es hat meinen beruflichen Alltag bereichert, mein Verständnis für die öffentliche Verwaltung vertieft und mir neue Perspektiven eröffnet. Besonders stolz bin ich darauf, dass sich mein Engagement auch beruflich ausgezahlt hat – noch während des Studiums konnte ich die Ausschreibung für die Position des stellvertretenden Abteilungsleiters der Geschäftsabteilung 1 in der Landesstelle OÖ für mich entscheiden. Das Studium hat mir nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch das Selbstvertrauen gestärkt, neue Herausforderungen anzunehmen und Verantwortung zu übernehmen.
Ich kann jedem, der über das berufsbegleitende Studium Public Management an der FH Oberösterreich in Linz nachdenkt, nur empfehlen, diesen Schritt zu wagen. Es braucht Engagement und Durchhaltevermögen – denn der persönliche und berufliche Mehrwert ist unbezahlbar.
Das nehme ich mit: • Theorie und Praxis lassen sich ideal verbinden. • Kommunikation ist der Schlüssel für erfolgreiche Verwaltung. • Lebenslanges Lernen öffnet Türen – beruflich und persönlich.
Peter Daxberger, B.A. Stv. Abteilungsleiter OÖ1, Ldst. Oberösterreich