International Summer Academy in Engineering for Women 2025
Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern mit Leidenschaft für Technik und Innovation besuchten das Department Medizintechnik
Im Rahmen der 11. Internationalen Sommerakademie für Frauen in der Technik besuchten hochmotivierte und talentierte Studentinnen im Juli das Department Medizintechnik. Die Teilnehmerinnen aus China, Großbritannien, Irland, Mexiko, den Niederlanden, Taiwan, Thailand, Türkei und der Schweiz zeigten sich beeindruckt von der Verbindung von Medizin und Technik, die am Department sowohl in der Lehre als auch in der Forschung im Mittelpunkt steht.
Zu Beginn des etwa dreistündigen Besuchs stellte Studiengangsleiter FH-Prof. Martin Zauner den Studiengang Medizintechnik vor. Er erklärte, dass das Studium ein breites technisches Wissen vermittelt – sowohl für klassische Medizinprodukte wie Hüftprothesen und Herzschrittmacher als auch für neue Bereiche wie die personalisierte Medizin. Themen, wie bionische Prothesen, 3D-Druck von Gewebe (Bioprinting), assistierende Roboter, Gedankensteuerung und künstliche Intelligenz zeigen, wie Technik die moderne Medizin heute schon ergänzt.
Nach der Vorstellung wurde das Programm von FH-Prof. Hubert Egger mit einer Kombination aus Vortrag und Workshop fortgesetzt. Mit dem Thema „Einblick in die moderne Gliedmaßenprothetik mit Fokus auf die psychische Gesundheit“ konnte der Vortragende das Publikum begeistern. Er berichtete von seinen klinischen Erfahrungen in der Prothesenversorgung sowie von den Herausforderungen in der Ukraine, wo er eine Ausbildungskooperation aufgebaut hat. Mit seiner Überzeugung, dass moderne Gliedmaßenprothesen allen Menschen zugänglich sein sollten, die sie benötigen – insbesondere auch jenen in Schwellen- und Entwicklungsländern – und dass humanitäre Hilfe in diesem Bereich der Medizintechnik dringend notwendig ist, traf er den Nerv der Besucher*innen und erntete begeisterten Applaus.
Mithilfe von Versuchsplattformen, die von Medizintechnik-Studierenden im Rahmen von Studienprojekten entwickelt wurden, wurden die Funktionsprinzipien moderner Gliedmaßenprothetik anschaulich demonstriert. An der EMG-Versuchsplattform hatten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, elektrische Signale von ihren eigenen Unterarmmuskeln abzuleiten. Diese wurden über Lautsprecher hörbar gemacht und auf einem Bildschirm visualisiert – so wurde erlebbar, wie sich eine Prothese durch Muskelaktivität gezielt ansteuern lässt.
Die TENS-Versuchsplattform wiederum ermöglichte durch gezielte Reizstromapplikation über Oberflächenelektroden die Stimulation ausgewählter Nerven am Unterarm. Dies führte dazu, dass sich die Hand der Workshopteilnehmerinnen unwillkürlich bewegte – ein eindrucksvolles Beispiel, das die Wechselwirkung zwischen Technik und Mensch demonstriert.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Mag. Iwona Hunstorfer vom International Office am Campus Linz. Die Teilnehmerinnen konnten Medizintechnik hautnah erleben, zahlreiche Fragen stellen und vor allem das faszinierende Wesen dieses innovativen Fachgebiets besser kennenlernen – wobei auch soziale und interkulturelle Aspekte nicht zu kurz kamen.