Besuch aus der Bundesverwaltung: Generalsekretär Dr. Severin Gruber zu Gast in „Verwaltung und Politik“
Mitten im Semester bekamen die Studierenden des 5. Semesters im berufsbegleitenden Bachelor „Sozial- und Verwaltungsmanagement“ (Studienzweig Public Management) hohen Besuch: Dr. Severin Gruber, Generalsekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, hielt im Rahmen der Vorlesung „Politik und Verwaltung“ einen Gastvortrag.
So erhielten die Studierenden praktische Einblicke in das Spannungsfeld von „Verwaltung und Politik“ – passend zur Lehrveranstaltung, geleitet von Studiengangsleiterin Prof.in Dr.in MMag. Franziska Cecon.
Wer die Abläufe von Politik und Verwaltung auf höchster Ebene kennt, erkennt rasch die besondere Rolle des Generalsekretärs: Als oberster Leiter im Ministerium und direkte Schnittstelle zum Bundesminister vereint er fachliche Verantwortung und politische Nähe. Damit erwies er sich als besonders passender Experte, der den Studierenden einen praxisnahen Einblick in das Zusammenspiel von Verwaltung und Politik vermitteln konnte.
Los ging es mit einem kompakten Überblick über das Ministerium: sieben Sektionen (Präsidialsektion, Wirtschaftsstandort und Innovation, EU- und internationale Strategien, nationale Marktstrategien, Energie, Tourismus sowie kulturelles Erbe), rund 1.900 Vollzeitäquivalente – davon etwa 1.000 beim Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen – und ein Blick hinter die Kulissen der Staatsbeteiligungen, etwa wie Personalbesetzungen funktionieren. Als kleines Extra gewährte Dr. Gruber Einblicke in das österreichische Kulturleben – ganz offensichtlich ein persönliches Steckenpferd.
Besonders spannend wurde es beim Thema Staatshaushalt. Hier erklärte der Generalsekretär nicht nur Zahlen und Schwerpunkte, sondern vor allem, wie ein Budget politisch entsteht: welche Gespräche geführt werden, wie Diskussionen zwischen Ministerium, Kabinettsbüro und anderen Ressorts laufen und wie am Ende alle Fäden zusammengeführt werden. Solche persönlichen Erlebnisse aus der Bundesverwaltung bekommt man in keinem Lehrbuch.
Zum Abschluss gab es aktuelle Wirtschaftszahlen, Standort-Herausforderungen und eine offene Diskussionsrunde. Die Fragen der Studierenden reichten von Förderprogrammen über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Österreichs bis hin zu ganz Praktischem: Wie oft klingelt eigentlich das Telefon durch den Minister oder den Kabinettschef am Tag? Wie sieht ein typischer Arbeitstag (oder eine typische Arbeitswoche) auf dieser Ebene aus?
Fazit der Studierenden: Selten hat man das Spannungsfeld zwischen Politik und Verwaltung so greifbar erlebt. Der Vortrag war nicht nur inhaltlich passend zur Vorlesung, sondern lieferte vor allem Einsichten, die man sonst nirgendwo bekommt.