ARCUS im Blick: Zufriedenheit betreuter Mitarbeiter*innen und ihrer Angehörigen
Einblicke in das Living Research Lab
Foto: Das Forschungsteam mit Auftraggeber, ARCUS-Geschäftsführer Werner Gahleitner, und den Leitungen der Werkstätten. Als Dankeschön erhielten wir Duftsteine aus Ton, gefertigt in der Töpferei der Werkstätte Altenfelden.
Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Living Research Lab“ im Bachelorstudiengang Sozial-, Public- und Nonprofit-Management führten wir unter der Leitung von Mag.a Katrin Hasengruber ein Forschungsprojekt zu fähigkeitsorientierter Aktivität und integrativer Beschäftigung im Auftrag des ARCUS Sozialnetzwerks durch. Ziel war die Erhebung der Zufriedenheit betreuter Mitarbeiter*innen und ihrer Angehörigen sowie die Ableitung von Hinweisen zur Weiterentwicklung von Angeboten und Arbeitsbedingungen.
Zunächst führten wir fünfzehn qualitative Leitfadeninterviews mit betreuten Mitarbeiter*innen, Angehörigen und Betreuer*innen. Auf dieser Basis entwickelten wir einen Onlinefragebogen für Angehörige. Parallel setzten wir einen kürzeren Papierfragebogen in einfacher Sprache für die betreuten Mitarbeiter*innen ein.
Zentrale Ergebnisse
Die Rückmeldungen der betreuten Mitarbeiter*innen zeichnen ein sehr positives Bild. Viele erleben ihre Tätigkeit als sinnvoll, unterstützend und alltagsrelevant. ARCUS ist für die Befragten mehr als ein Arbeitsplatz, denn die Tätigkeit gibt dem Tag Struktur, schafft Orientierung und ermöglicht soziale Kontakte. Die Arbeitsbedingungen werden überwiegend passend bewertet, etwa durch geeignete Arbeitszeiten, ausreichende Pausen und einen verlässlichen Fahrdienst. Die Unterstützung durch Betreuungspersonen sowie Mitbestimmung im Alltag werden als sehr wertschätzend erlebt. Belastungen treten selten auf und betreffen vor allem Veränderungen oder neue Aufgaben. Zugleich betonen viele ihre Bereitschaft, Neues zu lernen.
Auch die Angehörigen äußern sich sehr positiv. Als große Stärken nennen sie verlässliche Tagesstruktur, respektvolle Begleitung und soziale Einbindung, die Sicherheit geben und den Alltag stabilisieren. Zugleich wünscht sich ein Teil der Angehörigen häufiger Informationen zu individuellen Entwicklungsschritten und möglichen beruflichen Wegen. Themen wie berufliche Weiterbildung, Selbstständigkeit und langfristige Perspektiven rücken dabei stärker in den Fokus.
Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung
Die Stärken von ARCUS liegen in Struktur, wertschätzender Begleitung, sozialer Einbindung und verlässlicher Unterstützung. Darauf aufbauend sehen wir Potenziale in einer gezielteren Förderung beruflicher Weiterbildung sowie in einer transparenteren Kommunikation mit den Angehörigen zu persönlichen Entwicklungen und Zukunftsperspektiven. Wo Stabilität und Weiterentwicklung gut zusammenspielen, wachsen die Lebensqualität der betreuten Mitarbeiter*innen und die Entlastung der Angehörigen, und die bereits hohe Qualität kann nachhaltig gesichert werden.