99,3 % der Jugendlichen nutzen KI: EUKO-Studie mit FH OÖ-Beteiligung zum Safer Internet Day
Anlässlich des Safer Internet Day am 10.2.2026 wurde die aktuelle Studie „Heranwachsende und KI“ von EU Kids Online (EUKO) Österreich veröffentlicht. Mitautorin ist Christina Ortner, Professorin im FH OÖ-Studiengang Kommunikation, Wissen, Medien in Hagenberg.
ChatGPT ist ein beliebtes KI-Tools bei Jugendlichen. (Foto: EUKO-AT)
An der Forschung beteiligt ist auch die Universität Salzburg und Pädagogischen Hochschule Salzburg.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Generative Künstliche Intelligenz ist bereits fester Bestandteil des digitalen Alltags junger Menschen in Österreich. 99,3 % der befragten 9- bis 19-Jährigen haben im letzten Monat zumindest einmal generative KI genutzt. Damit liegt Österreich im europäischen Vergleich klar über dem Durchschnitt.
KI wird vor allem für Schule und Information eingesetzt
Am häufigsten nutzen Jugendliche generative KI, um längere Texte zusammenfassen oder erklären zu lassen (51,5 %). 40,8 % setzen KI beim Schreiben von Aufsätzen oder Geschichten im schulischen Kontext ein. 34,7 % holen sich Empfehlungen für Freizeitaktivitäten, 25,6 % nutzen KI für Gesundheits- oder Fitnessratschläge.
Kreative Anwendungen wie das Erstellen von Bildern oder Videos geben 20,3 % an. 15,7 % sprechen mit KI-Chatbots über persönliche Sorgen, also rund jede*r Sechste. Die Erstellung von Deep Fakes bleibt mit 3,2 % auf niedrigem Niveau.
„Die Ergebnisse zeigen klar: Generative KI ist kein Zukunftsthema mehr, sondern Teil der Lebensrealität junger Menschen. Entscheidend ist daher nicht, ob Jugendliche KI nutzen, sondern wie sie dabei begleitet werden“, betont Christina Ortner.
Reflektierte Nutzung und Wunsch nach klaren Regeln
Neben der hohen Verbreitung zeigt die Studie auch eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Viele Jugendliche äußern Bedenken hinsichtlich Datenschutz, möglicher Falschinformationen und mangelnder Transparenz bei Trainingsdaten. Sie wünschen sich klare und einheitliche Regeln im schulischen Kontext sowie eine stärkere Vermittlung von KI-Kompetenz.
„Die meisten Jugendliche gehen keineswegs unkritisch mit KI um. Sie fordern Transparenz, Orientierung und sinnvolle Rahmenbedingungen – insbesondere in der Schule“, so Ortner weiter.
Mit zunehmendem Alter wird die Nutzung differenzierter: Jugendliche ab 14 Jahren setzen KI häufiger für schulische, informationsbezogene und beratende Zwecke ein. Geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen sich vor allem in den Nutzungsschwerpunkten, nicht jedoch beim generellen Zugang.
Die Ergebnisse basieren auf einer bundesweiten quantitativen Erhebung mit 1.988 auswertbaren Fragebögen von 9- bis 19-Jährigen sowie ergänzenden Interviews und Gruppendiskussionen mit 13- bis 17-Jährigen. Die österreichischen Erhebungen sind Teil einer großen europäische Untersuchung, bestehend aus einer Online-Umfrage von
25.592 Kindern und Jugendlichen in 17 Ländern sowie ausführlichen Interviews mit 244 Heranwachsenden in 15 Ländern