Masterarbeit von Hagenberger Absolventen bei Europäischer Fachkonferenz zu Modellierung und Simulation in Genua ausgezeichnet
„Best Paper Award“ im Bereich Embedded Systems
Die beiden Masterabsolventen Lukas Damianschitz und Phillip Oberndorfer aus dem Studiengang Embedded Systems Design der FH Oberösterreich Fakultät Hagenberg präsentierten ihre wissenschaftlichen Arbeiten auf dem European Modeling & Simulation Symposium (EMSS). Bildrechte: Lukas Damianschitz, Phillip Oberndorfer
Lukas Damianschitz und Phillipp Oberndorfer haben erfolgreich Embedded Systems Design (ESD) am Campus Hagenberg der FH Oberösterreich studiert. Ihre Masterarbeiten konnten die beiden Niederösterreicher in Form von Papers auf einer der wichtigsten Simulationskonferenzen in Europa vorstellen. Eine Jury war von der Qualität ihrer Arbeiten in den Bereichen Gesichtserkennung und AI sowie Runtime Latency Analysis überzeugt, Lukas Damianschitz kehrte schließlich sogar mit dem „Best Paper Award“ nach Hause zurück. Die Konferenz fokussiert auf die Anwendung von Modellierung und Simulation in der Industrie und passt daher hervorragend zum praxisorientierten und wirtschaftsnahen Ansatz der Ausbildung in Hagenberg.
„Lukas Damianschitz hat in seiner Arbeit die hochaktuellen Themen im Bereich Gesichtserkennung, Privatsphäre und AI Act miteinander verknüpft“, sagt FH-Prof. Dr. Josef Langer und ergänzt, „dass Embedded Systemen hier eine große Lösungskompetenz zukommt, weil sie Berechnungen statt in der Cloud am Gerät erlaubt und damit Privacy per Design möglich ist“. Privacy per Design denkt den Schutz personenbezogener Daten bereits bei der Entwicklung einer Technologie mit. Langer muss es wissen, leitet er doch neben der Koordination des Masterstudiengangs ESD an der Hagenberger Fakultät der FH Oberösterreich auch die einschlägige Forschungsgruppe Embedded Systems.
„Der Erfolg unserer beiden Alumni freut mich außerordentlich und bezeugt die hohe Qualität der Ausbildung in Hagenberg. Bereits mit der eigenen Masterarbeit an einer internationalen, wissenschaftlichen Konferenz teilzunehmen und dann sogar noch mit einem Best Paper Award ausgezeichnet zu werden, ist eine herausragende und bemerkenswerte Leistung“, zeigt sich FH-Prof. DI Dr. Stefan Wagner, Dekan der Hagenberger Fakultät der FH Oberösterreich, begeistert.
Verbindung von Technik und Regulatorien „Mein Paper zeigt, wie Gesichtserkennung direkt auf kleinen, eingebetteten Geräten laufen kann, ohne dass Bilder oder persönliche Daten in die Cloud gesendet werden“, erklärt Lukas Damianschitz. Die Daten bleiben laut Damianschitz dort, wo sie entstehen: „Sie sind dadurch deutlich besser geschützt und mit der DSGVO vereinbar“.
Den in Genua errungenen Preis sieht der aus Laa an der Thaya stammende ESD-Absolvent als „große Anerkennung“ und inhaltlich als Bestätigung, dass Datenschutz und moderne Technik kein Widerspruch sein müssen.
Verzögerungen bei Software-Systemen unter der Lupe Wie bei seinem Kollegen stützte sich auch das Paper von Phillipp Oberndorfer auf seine Masterarbeit am Studiengang ESD. Der aus Tulln stammende Oberndorfer beschäftigte sich mit der Runtime-Latenzanalyse von IP-Kamera-Streaming-Systemen und ermöglicht eine kontinuierliche, softwarebasierte Analyse der Latenzen – also der Verzögerungen - direkt innerhalb der Streaming-Pipeline. „Es geht konkret“, wie Oberndorfer ausführt, „darum dauerhaft zu wissen, welche Verzögerung man von der Aufnahme eines Videoframes bis zu dessen Visualisierung hat.“
Was ihm der Auftritt in Genua bedeutet? „Er ist ein schöner Abschluss der akademischen Laufbahn, auf einer internationalen Konferenz etwas präsentieren zu können und eine Publikation unter seinem Namen zu haben.“
Wie sehen die Pläne für die weitere Karriere aus? Lukas Damianschitz arbeitet als Embedded-System-Engineer bereits an DSGVO-konformen Systemen und möchte genau diesem Weg weitergehen. Phillipp Oberdorfer ist seit April in einem Unternehmen in Wien in der Entwicklung von Augmented Reality (AR)-Brillen tätig -auch hier spielt niedrige Latenz eine große Rolle.
Promotionsrecht für HAW als Impulsgeber für akademische Karriere Um jungen Talenten wie Lukas Damianschitz und Phillipp Oberndorfer auch die Alternative einer akademischen Karriere anbieten zu können, fordern die österreichischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) schon seit längerem ein Promotionsrecht, welches die jeweiligen Exzellenzbereiche ihrer Forschung und Entwicklung umfasst. Die FH Oberösterreich als forschungsstärkste HAW in Österreich mit jährlich mehr als 500 Projekten zwischen anwendungsorientierter Grundlagenforschung und angewandter Forschung hat für die Vergabe von Promotionen eine besonders gute Basis. Allein im Jahr 2025 wurden 17 Dissertationen abgeschlossen. 90 Dissertationen sind derzeit im Entstehen begriffen.
Lukas Damianschitz kehrte schließlich mit dem „Best Paper Award“ nach Hause zurück. Bildquelle: Lukas Damianschitz und Phillip Oberndorfer