High-Tech im Rettungswesen von morgen: Stillgelegtes Atomkraftwerk Zwentendorf als Schauplatz eines aufregenden Robotik-Wettbewerbes
Die Robotik-Spezialisten der FH Oberösterreich stehen ganz oben am Podest: Als „Team Dynamics“ haben sie bei der „ENRICH 2025“ im stillgelegten Atomkraftwerk Zwentendorf die Kategorie "Search & Rescue" souverän für sich entschieden.
Das Team Dynamics vor der Kulisse des Kühlturmes des stillgelegten AKW Zwentendorf Bildquelle: FH OÖ
ENRICH ist der führende europäische Roboter-Hackathon, welcher reale und unverfälschte Szenarios für Tests bietet. In einem solchen Szenario, das die Suche nach vermissten oder verletzten Arbeitern in gefährlicher Umgebung simulierte, stellte sich das Team einer Vielzahl komplexer Aufgaben – und überzeugte durch technisches Können, präzise Planung und hervorragende Teamarbeit.
Der Wettbewerb verlangte den Teilnehmer*innen einiges ab: So galt es, eine verletzte Person im weitläufigen Gelände zu lokalisieren, sicher zu retten und an einen geschützten Ort zu transportieren. Parallel dazu mussten radioaktive Quellen im Inneren des AKWs identifiziert und deren Strahlungsintensitäten dokumentiert werden. Zusätzlich war eine präzise 3D-Karte der Umgebung zu erstellen, um der Jury eine genaue Übersicht über die Gefahrenlage zu liefern.
Rettung einer fiktiv verletzten Person mit moderner Technologie
Besonders hervorzuheben war der strategische Einsatz moderner Technologien. Eine Drohne ermöglichte dem Team eine schnelle Erfassung des Einsatzgebietes aus der Luft. Dank der Livebilder konnten gefährliche Zonen rasch erkannt und die verletzte (simulierte) Person geortet werden. „Der Moment, in dem unsere Drohne die vermisste Person entdeckt hat, war für mich persönlich das Highlight. Da wussten wir: Unsere Vorbereitung hat sich ausgezahlt. Es war eine unglaublich spannende und lehrreiche Erfahrung“, berichtet Alexandra Eichberger, Mitglied des Teams DYNAMICS.
Nach der erfolgreichen Lokalisierung übernahm ein Robotersystem die präzise Rettung der verletzten Person. Die sichere Aufnahme vom Boden und der rasche Transport in einen geschützten Bereich erfolgte unter Einhaltung strenger sicherheitstechnischer Vorgaben. Zeitgleich war ein weiterer Roboter im Inneren des Reaktorgebäudes unterwegs, ausgestattet mit einem hochsensiblen Strahlungsmessgerät. Er lokalisierte exakt mehrere radioaktive Quellen und übermittelte deren Werte in Echtzeit an die Jury.
Zusammenspiel aus Hardware, Software und ausgefeilter Taktik
Teammitglied David Oberngruber betont: „Es war beeindruckend zu sehen, wie gut unsere Systeme in der komplexen Umgebung des AKWs funktioniert haben. Besonders stolz bin ich auf die enge Zusammenarbeit zwischen Software, Hardware und Einsatzplanung – das war Teamarbeit auf höchstem Niveau.“
Eine der anspruchsvollsten Aufgaben war die Erstellung einer präzisen 3D-Karte des Einsatzgebiets. Diese Karte diente der genauen Dokumentation der Fundorte radioaktiver Quellen und wurde mithilfe modernster Mapping-Technologien effizient erzeugt und an die Jury übermittelt. Damit konnte das Team nicht nur durch praktische Ausführung, sondern auch durch sorgfältige Datenaufbereitung punkten.
Hoch zufrieden zeigt sich DI(FH) Dr. Raimund Edlinger MSc, FH-Assistenzprofessor und Leiter des Teams DYNAMICS am Campus Wels der FH Oberösterreich: „Ich bin sehr stolz auf die Leistung des gesamten Teams. Die Kombination aus technischer Exzellenz, präziser Planung und professioneller Durchführung hat uns den Sieg gebracht. Solche Wettbewerbe zeigen, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit und praxisnahe Ausbildung sind.“
Unterstützung durch Partner
Der Erfolg wäre jedoch nicht ohne die Unterstützung engagierter Partner möglich gewesen. Die Firma TGW Logistics sowie das Amt für Rüstungs- und Wehrtechnik des Verteidigungsministeriums leisteten finanzielle und logistische Unterstützung sowie den Transport der Robotersysteme. Die Firmen Rosenbauer, Mybotshop und Droneline haben innovative Roboter- und Drohnentechnologien beigesteuert.
Die Zukunft bei komplexen Rettungseinsätzen heißt High-Tech
Der überlegene Sieg in der Kategorie „Search & Rescue“ beweist, wie wirkungsvoll moderne Technologien in Kombination mit gezielter Ausbildung und strategischem Denken in realitätsnahen Rettungsszenarien sind. Der Drohneneinsatz zur Geländeüberwachung, spezialisierte Roboter zur Gefahrenerkennung und die präzise 3D-Dokumentation legen das enorme Potenzial der technologischen Unterstützung zukünftiger Rettungseinsätze offen.