FH OÖ Studiengang „Applied Technologies for Medical Diagnostics“ setzt Impulse an der Schnittstelle von Medizin und Technik
Masterstudium bildet Radiologietechnolog*innen und Biomedizinische Analytiker*innen technisch weiter
Stefan Augdoppler verbindet seinen Beruf als Radiologietechnologe im Wiener AKH ideal mit dem ATMD-Studium an der FH Oberösterreich in Linz Bildquelle: Augdoppler privat
Die beiden medizinisch-technischen Gesundheitsberufe der Radiologietechnologie (RT) und der Biomedizinischen Analytik (BMA) vereint der starke Bezug zur Technik. Ohne medizintechnische Geräte sind all deren Bilder aus dem Körperinneren und Laboranalysen nicht möglich. Stefan Augdoppler hatte von Anfang an sowohl die medizinische als auch die technische Seite im Auge. Nach dem Abschluss der HTL Neufelden in Oberösterreich studierte er in Wien Radiologietechnologie, wo er inzwischen auch am AKH beruflich tätig ist. Um den technischen Akzent weiter zu stärken, hat er ein Jahr nach dem Abschluss seines Bachelor-Studiums mit dem Joint-Master-Studium „Applied Technologies for Medical Diagnostics“ (ATMD) an der FH Oberösterreich und der FH Gesundheitsberufe OÖ in Linz begonnen.
ATMD wird berufsbegleitend angeboten, fast alle Studierenden stehen auch tatsächlich im Berufsleben. „Die Vereinbarkeit meines Studiums mit meiner Tätigkeit im Herzkatheterlabor erfordert ein hohes Maß an Organisation und vorausschauender Planung“, erklärt Stefan Augdoppler. Sein Dienstplan werde jeweils drei Monate im Voraus erstellt. Gelegentliche Terminüberschneidungen zwischen beruflichen Aufgaben und Lehrveranstaltungen konnte er in nahezu allen Fällen entweder durch Diensttausch oder durch individuell abgestimmte Kompensationsregelungen mit den Lehrenden lösen. „Dadurch habe ich gelernt, dass effizientes Zeitmanagement und klare Kommunikation essenzielle Fähigkeiten sind, um ein berufsbegleitendes Studium erfolgreich zu bewältigen“, sagt Augdoppler über die neu gewonnen Erfahrungen.
Herausforderung von Studium & Beruf im Team bewältigen Ist das regelmäßige Pendeln zwischen seinem Arbeitsort Wien und seinem Studienort Linz ein Problem? „Da ich regelmäßig zwischen Wien und Linz pendle, nutze ich die Zugfahrten konsequent für das Studium – sei es für Lernphasen oder für die Ausarbeitung von Projektarbeiten“, berichtet der ATMD-Student, der gelernt hat, diese Zeit effektiv einzusetzen.
Das Studium vereint drei Fachrichtungen – neben RT und BMA auch noch den Ingenieursberuf der Medizintechniker*innen. Das gestalte, so Augdoppler, die inhaltlichen Anforderungen sehr vielfältig, aber auch anspruchsvoll: „Durch die enge Zusammenarbeit im Team und den Austausch mit Kolleg*innen aus den jeweiligen Spezialisierungen konnten wir diese Herausforderungen jedoch erfolgreich meistern.“
Masterprojekt und Masterarbeit erarbeitet er nun in einem interdisziplinären Forschungsteam, welches Expertise aus der FH Oberösterreich, der Universität für Bodenkultur Wien und der Ludwig-Boltzmann-Institute vereint. Die Zusammenarbeit mit diesen Institutionen ermögliche es Stefan Augdoppler nun, „wissenschaftliche Fragestellungen strukturiert zu bearbeiten, projektbezogene Methoden vertieft einzusetzen und die Expertise unterschiedlicher Fachdisziplinen wirkungsvoll zu verbinden“.
Was steckt hinter ATMD? „Der Joint-Masterstudiengang „Applied Technologies for Medical Diagnostics“ der FH Oberösterreich und FH Gesundheitsberufe OÖ deckt ein neues Berufsfeld an der Schnittstelle von Technik und Naturwissenschaft sowie technologieorientierten Gesundheitsberufen ab“, wie die beiden Co-Studiengangsleiter*innen FH-Prof. Martin Zauner von der FH Oberösterreich und Alice Reiter von der FH Gesundheitsberufe OÖ erläutern. ATMD schließe so die Lücke zwischen Entwicklungsingenieurwesen und der Anwendung von Medizinprodukten.
Das Studium vermittelt fundiertes Technikwissen für die Medizinische Diagnostik, welches für Projektierung und Produktmanagement benötigt wird. Absolvent*innen wenden ihr Know-how im Qualitäts- und Risikomanagement, für Klinische Bewertungen und Leistungsbewertungen oder in der Medizinprodukte-Entwicklung an. Ihre Expertise ist auch dann gefragt, wenn neue Produkte „In-Verkehr“ gebracht werden, bei der Marktüberwachung oder bei inhouse-Anwendungen diagnostischer Medizinprodukte. Der Umgang mit den Regulatorien wird im Rahmen praxisnaher Aufgabenstellungen eingeübt.
Synergien zwischen Studium und Beruf nutzen Das Studium findet in der Regel an Donnerstagen und Freitagen ganztägig statt, dazu gibt es zwei Blockwochen pro Semester. „Durch die zeitliche Organisation des Studiums und das didaktische Konzept ist es möglich, das Master-Studium mit einer zeitlich reduzierten Berufstätigkeit in Einklang zu bringen“, sagt FH-Prof. Martin Zauner. Als weiteren Vorteil führt er an, dass Synergien zwischen einschlägigen beruflichen Tätigkeiten sowie der Projekt- und Masterarbeit genutzt werden können.
Informationen zu den Master-Studiengängen und Möglichkeiten, die eigene Karriere durch ein Masterstudium voranzutreiben, bietet die FH Oberösterreich diese Woche anlässlich der Master Night an allen vier Fakultäten, die heute beginnen. Informationen zu den Terminen sind hier nachzulesen: Master Night | FH OÖ.