Bestnote im EU-Forschungsprogramm „HORIZON Europe“: FH Oberösterreich koordiniert Forschungsprojekt zum Thema nachhaltigen Gütertransport auf dem Wasser
Mehr Güter auf die Wasserstraße – digital, vernetzt, europaweit
Das Steyrer Team Sustainable Transport rund um FH-Prof. Lisa-Maria Putz-Egger; vorne links: Alexandra Haller, Lisa-Maria Putz-Egger, Laura Hörandner links hinten: Sophie Wiesinger, Christina Pum Bildrechte: FH OÖ
Wer entlang der Donau ein Frachtschiff vorbeiziehen sieht, ahnt oft nicht: Pro transportierte Tonne verursacht es deutlich weniger Emissionen als ein Lkw. Genau dieses Potenzial will das Projekt HERFRIED heben – mit digital vernetzten Abläufen, die mehr Güter effizient und zuverlässig aufs Wasser bringen. FH-Professorin Lisa-Maria Putz-Egger vom Logistikum der FH Oberösterreich in Steyr erklärt: „Mit dem Forschungsprojekt HERFRIED vernetzen wir die Binnenschifffahrt digital: Unternehmen, Logistikdienstleister, Behörden und Infrastrukturbetreiber arbeiten nahtlos zusammen. Informationen fließen über Grenzen hinweg automatisch, Abläufe werden in Echtzeit koordiniert – auch mit Bahn und Lkw.“
So entwickelt das Team um Putz-Egger praxistaugliche Lösungen, verbessert Kapazitäts- und Routenentscheidungen und macht Transporte in Europa effizienter, verlässlicher und klimafreundlicher.
Voestalpine will mehr Effizienz und Nachhaltigkeit durch digitalisierte Lieferketten Beim wichtigsten Forschungs-Förderungsprogramm der Europäischen Union (EU) – HORIZON Europe – stieß das Projekt auf die bestmögliche Resonanz: Der von Lisa-Maria Putz-Egger und ihrem Team eingereichte Antrag auf Forschungsförderung wurde mit der selten erreichten Höchstpunktezahl von 15,0 bewertet. Für Putz-Egger und ihr Konsortium mit 17 Partnern aus Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich, Ungarn, den Niederlanden und Polen bedeutet das ein Forschungsbudget von knapp 8 Millionen Euro, davon entfallen knapp 1,4 Millionen Euro auf die FH Oberösterreich. Mit an Bord sind Institutionen wie die Universität Antwerpen wie auch Unternehmen wie die Voestalpine, die in Linz einen eigenen Werkshafen betreibt.
Das Konsortiumsmitglied voestalpine nutzt den gesamten Rhein-Main-Donau Korridor für ihre Transporte und ist „heavy-user“ dieses bedeutenden europäischen Wasserweges. Für die voestalpine ist die Digitalisierung der gesamten Lieferkette ein zentraler Hebel, um Effizienz, Transparenz und Nachhaltigkeit dauerhaft zu steigern. Durch das Projekt HERFRIED können, so der Konzern weiter, innovative Lösungen entlang der Wertschöpfungskette entwickelt und getestet werden – von der Rohstoffbeschaffung bis zur Auslieferung. Die enge Zusammenarbeit mit den Projektpartnern soll wertvolle Impulse für datengetriebene Entscheidungsprozesse geben und so für resilientere Supply Chains sorgen.
Digitalisierter Verkehrsträger auf dem Wasser Was das Projekt konkret an Neuem bringt? Durch Digitalisierung werden die Prozesse rund um die Binnenschifffahrt inklusive der relevanten Unternehmen und anderer Verkehrsträger miteinander vernetzt. „Wir schaffen die vollständige digitale Integration der Binnenschifffahrt in multimodale Logistikketten – von smarten Schiffen und Infrastrukturen über standardisierte Datenräume bis zu Verwaltung und Behörden“, zeigt sich Putz-Egger glücklich über den großen Rückenwind, den HERFRIED aus Europa erhält.
„Für ein exportorientiertes Industriebundesland wie Oberösterreich ist eine verlässliche und nachhaltige Logistik ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Mit HERFRIED unterstützen wir die Forschung zur Digitalisierung der Binnenwasserstraße durch ein innovatives Vorhaben, weil es die Nachhaltigkeit dieses Verkehrsträgers verstärkt ins Blickfeld rückt“, freut sich FH-Prof. Dr. Michael Rabl, Hochschulpräsident der FH Oberösterreich, über die erfolgreiche Zuerkennung dieses Forschungsprojektes.
Pilotprojekte mit Europas Industrie Der Forschungsansatz wird in sieben industrienahen Piloten entlang zentraler europäischer Korridore getestet. Der Fokus liegt auf Stück- und Schüttgütern ebenso wie auf multimodalen Gütern wie Containertransporten. HERFRIED baut auf bestehenden Plattformen auf und verbindet die relevanten Daten nahtlos mit übergeordneten Logistiksystemen.
Da auch öffentliche Stellen am Projekt beteiligt sind, ist gewährleistet, dass einschlägige Gesetze, Normen und Standards berücksichtigt und weiterentwickelt werden. Zugleich richtet sich HERFRIED ausdrücklich auch an die Politik, die mit geeigneten Rahmenbedingungen dafür sorgen soll, dass die Dinge nicht in, sondern auf den Fluss kommen.
Die oberösterreichische Standortagentur Business Upper Austria unterstützte mit einem Proposal Check des Projektantrags. „Wir haben die inhaltlichen, formalen sowie strategischen Aspekte geprüft und Feedback eingebracht, das von der FH Oberösterreich in den Antrag eingearbeitet wurde“, sagt Förderexpertin Sonja Sesser.
Aktuell finalisiert HERFRIED die Verträge und startet am 01. Oktober 2026 für die Dauer von drei Jahren.
Warum HERFRIED? Damit das Projekt HERFRIED tatsächlich das Licht der Welt erblickt hat, spielte auch eine Person dieses Namens eine zentrale Rolle: Als Geschäftsführer einer der größten Donaureedereien (TTS) und Urheber der visionären Idee trägt Herfried Leitner maßgeblich zum Projekt bei.
HERFRIED receives funding under the Horizon Europe Call HORIZON-CL5-2026-01-D6-10 — Integrating inland waterway transport in smart shipping and multimodal logistics chains, Grant ID: 101318845
Das Steyrer Team Sustainable Transport rund um FH-Prof. Lisa-Maria Putz-Egger; vorne links: Alexandra Haller, Lisa-Maria Putz-Egger, Laura Hörandner links hinten: Sophie Wiesinger, Christina Pum Bildrechte: FH OÖ