Nutzerforschung ohne reale Nutzende? Potentiale und Grenzen künstlicher Intelligenz: Nachlese zum Gastvortrag
Inwiefern eignen sich synthetische Personen in der Marktforschung als Ersatz für echte Menschen? Antworten und weiterführende Diskussionspunkte zu dieser spannenden Frage präsentierten in einem Doppelvortrag Simone Redl und Kristiana Roth. Sie referierten auf Einladung des Studiengangs Produktdesign und Technische Kommunikation über aktuelle Forschungsergebnisse.
Simone Redl beim Vortragen; Foto: Adina Ciurdar
Frau Dr. Kristiana Roth, MSc, ist Assistenzprofessorin für Innovationsmanagement & New Business Development am FH‑OÖ‑Campus Wels. Sie leitete den Gastvortrag ein, indem sie mit dem Smartphone „Fire Phone“ von Amazon ein Beispiel nicht gelungener Marktforschung präsentierte. Anhand dieses Beispiels wurde schnell klar, weshalb eine fundierte Nutzerforschung so wichtig für eine erfolgreiche Produkteinführung ist.
Frau Simone Redl, MSc, ist Absolventin des Studiengangs Innovation and Product Management und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Salzburg Research. Sie beleuchtete zuerst die theoretischen Grundlagen ihrer Innovationsmanagement-Forschung und stellte dabei unter anderem das zentrale Konstrukt ‚Empathie‘ vor. Anschließend ging es im Kern um ein Laborexperiment mit ungefähr 60 Studierenden, die entweder mit echten Menschen oder mit synthetischen Personen interagierten.
Laut den Vortragenden bieten synthetische Nutzende einerseits gewisse Vorteile. Im Vergleich zur herkömmlichen Marktforschung sind hier beispielsweise eine raschere Abwicklung, geringere Kosten und die leichtere Einbeziehung von „hard-to-reach-users“ zu nennen. Andererseits zeigen die Forschungsergebnisse, dass die Empathie von Innovator*inn*en im Fall synthetischer Nutzender abnimmt und ihre Ideen weniger kreativ ausfallen als im Fall echter Menschen. Anzunehmen ist, dass synthetische Nutzende in den kommenden Jahren menschliche Nutzende ergänzen, aber nicht ersetzen werden.
Bei informellen Gesprächen am Buffet konnten sich die Anwesenden weiter in das Thema des Gastvortrags vertiefen. Durch den Abend führte Frau FH-Prof. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dr. Christiane Rau, Leiterin des Studiengangs Produktdesign und Technische Kommunikation.