Technologietrends & KI-Tools fürs Management der Zukunft
Wie verändert Künstliche Intelligenz die Arbeit in Organisationen, die gesellschaftliche Wirkung erzielen wollen? Welchen Zwängen unterwirft sich ein Unternehmen bei der Einführung von KI, und wie verändert sich der Ressourcenverbrauch? Solchen Fragen geht die interaktive Lehrveranstaltung „Technologietrends & Tools“ an der FH Oberösterreich nach.
Die Studierenden im Masterstudium Leading Transformation for Impact Organizations können direkt im 1. Semester ausprobieren, was KI bereits leistet und wo sie noch an Grenzen stößt: Richtig prompten, selbst KI-Bilder, Videos und Stimmen generieren oder vielseitige Agenten steuern gehören zum Pensum, ebenso das bewusste Wahrnehmen von Fehlern und Risiken.
Geleitet wird die Einführungsveranstaltung vom KI-Berater und Technikexperten Rafael Bujotzek, der als Fachbuchautor mehrere Standardwerke zum Thema KI veröffentlicht hat und zum wiederholten Mal als Lehrbeauftragter in Österreich sein Wissen an die junge Generation weitergibt. Nach einem Online-Auftakt mit einer Einführungspräsentation und der Demonstration neuer Möglichkeiten folgten eine Selbsteinschätzung der Studierenden, eine Beobachtung der globalen Nachrichtenlage und der Vergleich verschiedener KI-Werkzeuge. Präsenztage voller Praxiserfahrungen, elementarer Grundlagen mit zahlreichen Filmbeispielen und Diskussionen bauten darauf auf, weitere Webinar-Vorlesungen folgen.
Mit VR-Brille und KI-Agenten: „Hands-on“, aber mit Köpfchen
Interaktiv, spannend und voller neuer Erfahrungen: Im futuristischen DigiSpace der FH Oberösterreich im Museum Arbeitswelt Steyr zeigte eine Einführung in Virtual Reality, Robotik, KI-gestützte Emotionsmessung und automatisiertes Eyetracking, wie neue Schnittstellen ineinandergreifen und in der Berufswelt von morgen einsetzbar sind.
In der Content-Werkstatt verfassten die Studierenden ausgefeilte Texte und entwickelten ihre Studiengangsmaskottchen mit KI-Werkzeugen weiter: als Vektorgrafik, in Bewegung und mit eigener Stimme. Die Maskottchen kommen in weiterführenden Lehrveranstaltungen erneut zum Einsatz. Mit Open-Source-Werkzeugen und lokal betriebenen Modellen ebenso wie mit führenden Cloudangeboten überwachten die Studierenden Recherchen oder bearbeiteten Dateien mithilfe von KI-Agenten und bauten erste kleine Onlinespiele und Tools. Dabei zählte nicht immer nur der perfekte Durchlauf, sondern auch die genaue Analyse der Fehlschläge. Einige starteten bereits Impact-Projekte, die über die Hochschule hinausreichen sollen.
Vom Hörsaal in den Plenarsaal mit Live-Demokratiechecks
Wie weit Seminarinhalte wirken können, zeigt das Beispiel des Studenten Raphael Tobias, der jetzt an Plenarwatch.at arbeitet, einer österreichischen überparteilichen Politikplattform nach dem Vorbild von abgeordnetenwatch.de in Deutschland. Im Seminar hat er von Rafael Bujotzek gelernt, wie er das Projekt mit KI-Agenten aufbauen, über API-Schnittstellen konkret mit Daten befüllen und laufend aktuell halten kann. Gemeinsam möchten sie das Projekt voranbringen.
Erprobt werden soll das Werkzeug zunächst am österreichischen Nationalrat. Eine Plattform, die Abstimmungen im Nationalrat so aufbereitet und erklärt, gibt es in Österreich bisher nicht.
Von grafisch aufbereiteten Abstimmungsergebnissen über Begründungen der einzelnen Abgeordneten und Fraktionen bis zu belegten Aussagen soll die Plattform hier eine Lücke in der demokratischen Beteiligung schließen und für Transparenz sorgen. Aufbau von Staat und Politik sowie die Rollen der einzelnen Institutionen in Wien und den Ländern können so für alle Nutzenden anschaulich erläutert werden, und auch auf konkrete Nachfragen gibt es Auskunft. Politische Entscheidungen werden mit diesem Projekt nachvollziehbar und ihre Auswirkungen greifbar.