Tallinn zwischen Regenwolken und digitaler Zukunft
Kalt, windig und vor allem regnerisch – Tallinn zeigte sich der Reisegruppe des Masterstudiengangs Managing Non Profit and Social Services der FH Oberösterreich Mitte Juni nicht gerade von seiner sommerlichsten Seite. Der guten Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch.
Dafür sorgten ein abwechslungsreiches Programm, eine motivierte Gruppe und nicht zuletzt die ausgezeichnete Planung sowie die positive Art von Exkursionsleiterin Frau Cecon. Von frühen Treffpunkten in der Hotellobby bis zu Sicherheitskontrollen und zahlreichen Wegen durch die Stadt war alles präzise vorbereitet. Auch die estnischen Gastgeberinnen und Gastgeber erwarteten die Studierenden bei jedem Termin bestens organisiert und mit spannenden Einblicken.
In drei intensiven Tagen führte die Reise unter anderem zum Chancellor of Justice, zur Stadtverwaltung, ins Finanzministerium, zum Rechnungshof, ins Parlament, zur Wahlkommission, zum Arbeitsmarktservice und ins Education Department. Ein besonderer Programmpunkt war außerdem das gemeinsame Abendessen mit dem österreichischen Botschafter Mag. Peter Mikl. Dabei blieb neben den offiziellen Präsentationen Zeit für persönlichen Austausch und erste Vergleiche zwischen Estland und Österreich.
Besonders beeindruckten das Tallinn Urban Planning Department und e-Estonia. Die Stadtplanung zeigte, wie Bürgerbeteiligung, Begrünung, gemischte Nachbarschaften, öffentliche Räume und soziale Fragen gemeinsam gedacht werden können. Bei e-Estonia wurde anschließend deutlich, wie tief Digitalisierung im estnischen Staat verankert ist. Die Vortragende vermittelte das Thema mit viel Energie, Humor und fachlichem Tiefgang. Vor allem die vollständig digitalen Sozialleistungen sorgten für Staunen – und für die berechtigte Frage, welche Schritte davon auch in Österreich möglich wären. Während Estland nach seiner wiedererlangten Unabhängigkeit staatliche Strukturen in vielen Bereichen neu aufbauen konnte, müssen hierzulande oft lang gewachsene Zuständigkeiten und Abläufe verändert werden.
Neben der digitalen Vorreiterrolle blieb auch Tallinn selbst in Erinnerung: Trotz Dauerregen wirkte die Stadt ausgesprochen sauber, gepflegt und gut organisiert. Nach drei dicht gefüllten Tagen kehrte die Gruppe mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Denkanstößen und der Erkenntnis zurück, dass schlechte Witterung noch lange keine schlechte Studienreise macht.