Auch heuer war der Campus Linz wieder Schauplatz kindlicher Neugier und großer Begeisterung für Technik und Wissenschaft. Mit neugierigen Blicken und gespitzten Ohren tauchten die jungen Teilnehmer:innen in ein spannendes Programm ein, das von Professor*innen am Department Medizintechnik gestaltet wurde.
Am 10. Juli öffnete die KinderUni am Campus Linz der FH Oberösterreich wieder ihre Türen – und begeisterte erneut zahlreiche Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren. Damit zeigt sich deutlich, wie groß die Neugier und das Interesse der jungen Generation an wissenschaftlichen Themen sind. „Die KinderUni ist ein Herzstück unserer Nachwuchsförderung an der sich auch die FH Oberösterreich beteiligt“, betont FH-Prof. DSA MMag. Dr. Christian Stark, Dekan am Campus Linz. „Wir legen großen Wert darauf, jungen Menschen frühzeitig einen Zugang zu Wissenschaft zu ermöglichen und ihre Begeisterung dafür zu entfachen. Mit der KinderUni schaffen wir eine lebendige Lernwelt, in der komplexe Themen kindgerecht und praxisnah vermittelt werden.“
Hausintern kooriniert wird die KiderUni von FH-Prof. Univ. Doz. Dipl.-Ing. Dr. Andreas Lindbaum. Der Professor für medizinische Physik und bildgebende Verfahren hat am Department die pädagogische Koordination inne und sorgt dafür, dass Lehrinhalte sinnvoll abgestimmt, verständlich vermittelt und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Vor diesem Hintergrund gestaltet er auch das Programm der KinderUni mit besonderem Augenmerk auf pädagogische Qualität. „Komplexe Themen lassen sich auch für Kinder so aufzubereiten, dass sie verständlich und spannend sind. Mir ist es wichtig, die Neugier der Kinder zu wecken, ihr Interesse für Wissenschaft zu fördern und ihnen das Gefühl geben: Lernen und Forschen macht Spaß! Die Veranstaltungen sollen einen bleibenden Eindruck hinterlassen – mit Experimenten zum Anfassen, einfachen Erklärungen und viel Raum zum Mitmachen und Staunen.“ erklärt Lindbaum.
Das KinderUni-Programm wurde von Lindbaum in vier thematisch abgestimmte Einheiten gegliedert und von den Dozent:innen in Form von Vorlesungen mit dazugehörigen Workshops umgesetzt.
FH-Prof. Univ. Doz. Dipl.-Ing. Dr. Andreas Lindbaum: Medizintechnik – Geräte, die in den Körper blicken und ihn verstehen helfen
In der Medizintechnik geht es um technische Geräte, die in der modernen Diagnostik und Therapie eine zentrale Rolle spielen – etwa Röntgengeräte oder Systeme zur Messung von Herzsignalen, Blutdruck oder Atmung. Sie ermöglichen es, Körperfunktionen sichtbar zu machen und gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Andreas Schrempf: Biomechanik – Wie Bewegung funktioniert
Die Biomechanik beschäftigt sich mit den Kräften und Bewegungsabläufen im menschlichen Körper. Sie untersucht, wie Muskeln, Knochen und Gelenke beim Gehen, Laufen, Greifen oder bei alltäglichen Bewegungen zusammenarbeiten – und wie man diese Vorgänge mit technischen Hilfsmitteln unterstützen kann.
FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Robert Merwa: Mess-, Regelungstechnik und Programmierung – Wie Technik auf den Menschen reagiert
Dieses Fachgebiet zeigt, wie man medizinische Geräte mit Hard- und Software steuert – zum Beispiel Handprothesen oder Sensorsysteme. Es geht darum, Signale zu erfassen, zu verarbeiten und so Technik gezielt auf menschliche Bedürfnisse abzustimmen.
FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hubert Egger: Prothetik – Technische Lösungen für verlorene Gliedmaßen
Die Prothetik entwickelt Arm- und Beinprothesen, die Menschen nach Amputationen neue Selbstständigkeit ermöglichen. Dabei reicht das Spektrum von mechanisch einfachen bis hin zu hochentwickelten, gedankengesteuerten und sogar fühlenden Prothesen – eine Verbindung aus Technik, Medizin und menschlichem Feingefühl.
lautete das Motto der KinderUni Linz 2025. Welche Ideen brauchen wir heute, damit die Welt von morgen ein besserer Ort ist? Mit dieser großen Fragestellung machte sich die KinderUni OÖ in ihrer 22. Saison auf eine Forschungsreise in die Zukunft. Zahlreiche globale Krisen, eine steigende Skepsis gegenüber Wissenschaft und Forschung und eine generelle pessimistische Grundstimmung veranlassten das Team der KinderUni an einem positiven Gegenentwurf, an einer von Neugier und Offenheit für das Neue geprägten Stimmung zu arbeiten. „Im Fokus sämtlicher Aktivitäten und Programme stehen Kinder und Jugendliche, wir gestalten für sie Bildungsräume zur Inspiration, wir bringen sie mit Expert:innen aus allen Wissensbereichen auf Schulterhöhe zusammen, wir bieten ihnen Orte des Ausprobierens an. Wir möchten mit unserem Angebot die jungen Studierenden dabei unterstützen, eine bewusste und aktiv gestaltende Beziehung zu ihrer Umwelt und den Themen unserer Zeit zu entwickeln”, beschreibt Mag.a Birgit Pointinger, Projektleiterin der KinderUni OÖ ihre Motivation.
In Summe waren es 212 Workshops, Exkursionen und Experimentier-Labors, die heuer neugierige junge Menschen an der KinderUni Linz erwarteten. Das Angebot reichte von Ideenworkshops über Forschungsaufgaben, wie etwa in den Labors der FH Oberösterreich in Linz bis zu Segelfliegen und einer E-Kart-Challenge. Insgesamt acht Universitäten und Hochschulen sowie über 30 weitere Forschungs- und Bildungseinrichtungen sorgten in der ersten Ferienwoche mit KinderUni-Workshops für Spannung und Aha-Momente.
1.167 Kinder von 5 bis 15 Jahren begeisterten sich für das Angebote und belegten mehr als 3000 Plätze in den Lehrveranstaltungen.