International Summer Academy in Engineering for Women 2026: Begeisterung für Medizintechnik kennt keine Grenzen
Department Medizintechnik begrüßte Teilnehmerinnen aus aller Welt
International Summer Academy in Engineering for Women Lukas Ermers MSc, FH-Assistenzprof. DI Dr. Andreas Karner, Magdalena Maritz (von links), FH-Prof. Hubert Egger (rechts). Fotocredit: FH OÖ
Die 12. International Summer Academy in Engineering for Women (ISAE4W) ist eine internationale Sommerakademie der FH OÖ am Campus Wels und bringt jährlich talentierte Studentinnen aus aller Welt nach Oberösterreich. Am 23. Juli durfte das Department Medizintechnik 16 technikbegeisterte Studentinnen begrüßen. Die Teilnehmerinnen aus Australien, Bolivien, Brasilien, Deutschland, Estland, Israel, Italien, Kanada, Kroatien, Mexiko, den Niederlanden und Peru erhielten spannende Einblicke in die vielfältigen Forschungs- und Lehraktivitäten des Departments. Die Verbindung innovativer Technologien mit medizinischen Fragestellungen machte eindrucksvoll sichtbar, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Entwicklung zukunftsweisender Lösungen im Gesundheitswesen beiträgt.
Nach der Ankunft der Gruppe um 9:00 Uhr – begleitet von Boddy Magdalena Maritz aus Namibia, die am FH OÖ Campus Wels Lebensmitteltechnologie und Ernährung studiert – begann das Programm mit einer Vorstellung des Studiengangs Medizintechnik. In Vertretung der Studiengangsleitung präsentierte FH-Prof. Hubert Egger das Department sowie die vielfältigen Studien- und Forschungsschwerpunkte. Dabei betonte er, dass die Studierenden darauf vorbereitet werden, innovative Lösungen an der Schnittstelle von Medizin und Technik zu entwickeln und zugleich aktiv an zukunftsweisenden Entwicklungen in diesem dynamischen Fachgebiet mitzuwirken. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei die personalisierte Medizin ein, die durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz zunehmend neue Möglichkeiten eröffnet.
An die Vorstellung schloss sich ein Rundgang durch die modernen Forschungsräume des Departments an. Dabei erhielten die Teilnehmerinnen durch Mitarbeiter der Forschergruppe NASAN – Nano Structuring and Bio-Analytics am Research Center Linz, Center of Excellence Medizintechnik/TIMed Center spannende Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Nanotechnologie, Bioanalytik und Medizintechnik.
FH-Assistenzprof. DI Dr. Andreas Karner erläuterte die Forschung zur Untersuchung molekularer Prozesse auf Einzelmolekülebene, insbesondere die Charakterisierung von Biomolekülen sowie die komplexen Wechselwirkungen zwischen Proteinen und Zellen. Ein besonderer Schwerpunkt spiele dabei die Erforschung von Immunprozessen, etwa der Interaktion von Immunglobulin G (IgG) mit Fc-Rezeptoren auf Zelloberflächen und den daraus resultierenden Signalmechanismen zur Aktivierung von Immunantworten. Anhand aktueller Forschungsprojekte, wie der Analyse des IgG-Oligomer-vermittelten Fc-Rezeptor-Clusterings, zeigte der Forscher auf, wie nanoanalytische Methoden neue Einblicke in molekulare Mechanismen ermöglichen und damit wichtige Grundlagen für zukünftige Anwendungen in Diagnostik und personalisierter Medizin schaffen.
Lukas Ermers MSc, wissenschaftlicher Mitarbeiter aus den Niederlanden legte den Fokus auf die komplexen Wechselwirkungen von Antikörpern mit Zellkomponenten sowie die molekularen Mechanismen, die Immunantworten steuern. Dabei zeigte er auf, wie moderne bioanalytische Methoden dazu beitragen, grundlegende biologische Prozesse besser zu verstehen und neue Perspektiven für zukünftige diagnostische Anwendungen zu eröffnen.
Im Anschluss wurde das Programm mit einem rund zweistündigen Vortrag und praxisorientierten Workshop von FH-Prof. Hubert Egger fortgesetzt. Die Teilnehmerinnen erhielten dabei spannende Einblicke in die moderne Gliedmaßenprothetik und konnten die vorgestellten Technologien anschließend praktisch erleben. Unter dem Titel „Einblick in die moderne Gliedmaßenprothetik“ vermittelte Egger, welche Möglichkeiten die moderne bionische Prothetik heute bereits bietet und welche Zukunftsperspektiven sich daraus ergeben. Der Lehrende am Studiengang Medizintechnik hob dabei auch die Bedeutung humanitärer Initiativen hervor, um den Zugang zu moderner Medizintechnik insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern zu verbessern.
Im anschließenden Prothetik-Workshop erhielten die Teilnehmerinnen einen praxisnahen Einblick in die Funktionsweise moderner Gliedmaßenprothesen. Durch die gezielte Ansteuerung einer myoelektrischen Handprothese erhielten sie einen unmittelbaren Einblick in das Zusammenspiel von Mensch, Technologie und künstlicher Gliedmaße. Diese praktische Erfahrung machte die Potenziale der bionischen Prothetik erlebbar und zeigte, welchen Beitrag innovative Medizintechnik dazu leisten kann, Menschen ein selbstbestimmteres Leben zu ermöglichen.
Science Lab (links), NASAN - Nano Structuring and Bio-Analytics Lab (rechts) Fotocredit: FH OÖ