FH OÖ Studierende gestalten virtuelle Welten für das Landestheater Linz
Das Department für Digitale Medien der FH Oberösterreich (Campus Hagenberg) verbindet seit Jahren Kunst und Technologie in enger Kooperation mit dem Landestheater Linz. Für die aktuelle Opernproduktion „Gormenghast“ – eine spektakuläre Rock-Oper – brachten Studierende und Lehrende aus Hagenberg erneut digitale Innovation auf die Bühne.
Virtuelle Räume für eine außergewöhnliche Oper
In Zusammenarbeit mit Regisseur Andreas Baesler, Bühnenbildner Harald B. Thor, Kostümdesignerin Tanja Hofmann und Choreographin Yuko Harada entwickelten die Digital-Arts-Masterstudierenden Lisa Bayr und Katharina Arbeithuber gemeinsam mit Nils Gallist, Assistenzprofessor für Realtime Experiences an der FH OÖ, ein digitales Bühnenbild, das die Grenzen von realem und virtuellem Raum eindrucksvoll aufhebt.
Über die drei Stunden Laufzeit der Oper wurden physische Elemente mit Projektionen, Effekten und digitalen Erweiterungen kombiniert, um die „unmöglichen“ architektonischen Welten der Romanvorlage lebendig werden zu lassen. Sechs Projektoren bespielten mehr als 13 unterschiedliche Ebenen – ein technisch wie künstlerisch anspruchsvolles Setting.
Immersive visuelle Welten
Über mehrere Monate entstand ein visuelles Gesamtkonzept, das Rückprojektion, Projection Mapping, Lichtdesign und Hologramme zu einer immersiven Einheit verbindet. Zusätzlich wurden interaktive Elemente entwickelt, die es den Darsteller*innen ermöglichen, während der Aufführung mit den digitalen Ebenen zu agieren.
Schon der Auftakt beeindruckt: Ein Hologramm-Regen aus Buchstaben eröffnet die Handlung atmosphärisch. Das zentrale Bühnenelement – ein bewegliches, Escher-artiges Konstrukt aus Stiegen und Geländern – wird durch Projektionen dynamisch transformiert, etwa zu einer brennenden Bibliothek oder surrealen Traumlandschaften. Licht, Rauch und digitale Effekte erzeugen eine vielschichtige, lebendige Bühnenwelt. Ein besonderes Highlight ist eine energiegeladene Breakdance-Szene, bei der Projektionen und Licht den gesamten Theaterraum erweitern.
Wenn Kunst und Technologie verschmelzen
„Das digitale Bühnenbild verbindet Rückprojektion, Projection Mapping, Hologramme und Lichtdesign zu einer Erweiterung der realen Bühne, bei der die Grenzen zwischen Realität und Virtualität, zwischen Bühne und Publikum, nahezu aufgelöst werden“, erklärt FH-Professor Jürgen Hagler, Studiengangsleiter von Digital Arts.
„Die intensive, monatelange Zusammenarbeit mit Regie, Bühnenbild, Kostüm und Technik war eine besondere Herausforderung – und ein wertvoller Lernprozess für alle Beteiligten“, ergänzt Assistenzprofessr Nils Gallist.
Das Ergebnis: eine audiovisuelle Reise zwischen Traum und Wirklichkeit – konkret und abstrakt, düster und schön, stets im Einklang mit Handlung und Musik.
Die Oper „Gormenghast“ ist noch bis Ende Jänner 2026 im Landestheater Linz zu sehen.